HWN 087 – Volkmarskeller

Der Volkmarskeller ist eine natürliche Karsthöhle im Unterharz zwischen Blankenburg und Eggeröder Brunnen/Elbingerode (Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt). Gelegen am oberen Ende des Klostergrundes gehört der Volkmarskeller zum Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt.

Interessant ist die Karsthöhle vor allem geschichtlich, denn in der Höhle haben einst tatsächlich Menschen gehaust. Schon zu prähistorischer Zeit wurde die großzügige Karsthöhle genutzt, wie archäologische Funde belegen. Später fanden im Volkmarskeller Einsiedler ihre sogenannte Klause. Lange Zeit wurde der „Keller“ als Klause der legendären Liutburg vermutet. Daheim war die berühmte Vertraute zweier Bischöfe (Haimo von Halberstadt und Ansgar von Bremen) aber im Kloster Wendhusen in Thale.

Volkmarskeller: Einsame Höhle für Einsiedler

Nichtsdestotrotz ist die Höhle als Klause etlicher Eremiten wie des „Bernhardus presbyter solitarius de Laide sancti Michaelis“ (starb hier 1118) verbrieft. Allerdings war die Gegend nicht so einsam, wie das mancher Wanderer heute denken mag. In der Nähe des Volkmarskeller lag beispielsweise die kaiserliche Jagdpfalz Bodfeld (Richtung Büchenberg). Nah der Höhle wurde außerdem eine Kirche gebaut, in welcher laut den Annales Cistercienses ab Juli 1146 die Zisterzienser lebten.

Die Klause selbst gehörte bereits seit 956 dem weltlichen Stift Quedlinburg und war ein Geschenk Otto I. Zu der Zeit existierte über dem Volkmarskeller bereits eine Kapelle, die dem Heiligen Michael geweiht war. Jene Kapelle bauten die Zisterzienser zu einem Kloster (Alt-Michaelstein) aus, dessen Gründung 1146 Papst Innozenz II. bestätigte.

Da war das Kloster sogar schon vermögend und besaß unter anderem Güter in Marsleben, Groß- und Klein-Ditfurt oder Sülten rund um Quedlinburg. Diese waren ein Geschenk des Ministerialen Burchard, der sich dem neu gegründeten Zisterzienser-Konvent kurzerhand anschloss. Doch schon 1151 bis 1167 zog das Kloster nach Evergodesrode am unteren Klostergrunde um, dem heutigen Michaelstein. Die Volkmann-Kapelle bestand noch bis ins 15. Jahrhundert hinein.

Alt-Michaelstein: Nur noch Ruinen und Grundmauern

Das Kloster zerfiel, weswegen von Alt-Michaelstein heute nur noch Grundmauern übrig sind. Trotzdem ist die einstige Anlage selbst für ungeübte Augen noch gut zu erkennen. Auch der Volkmarskeller ist wieder zugänglich. Baurat Brinkmann legte die Höhle anno 1884 bis 1887 wieder frei, nachdem diese über die Jahrhunderte immer mehr verschüttet wurde. Bei der Ausgrabung wurden sechs menschliche Skelette – drei Erwachsene und drei Kinder – entdeckt, die vor einem Altar in der Höhle bestattet waren.

Koordinaten Volkmarskeller: 51° 47′ 16.62″ N, 10° 52′ 21.29″ E

Nahe dem Volkmarskeller wurde seit dem Mittelalter in der Grube Volkmar Eisenerz geschürft. Wahrscheinlich nutzten schon die Bergleute den „Keller“ als Höhlenkirche. 1893 gab es eine schwere Explosion, bei dem etliche Bergleute umkamen und die zur Schließung der Grube führte. 2007 wurde den verunglückten Kumpels vom Bergverein Hüttenrode ein Denkmal gesetzt. An jenem Denkmal kommen Sie heute vorbei, wenn Sie vom Kloster Michaelstein zum Volkmarskeller wandern und den Stempel Nr. 87 der Harzer Wandernadel ergattern wollen.

Die nahe Klosterquelle Michaelstein

Ebenfalls in der Nähe der Höhle (Richtung Blankenburg) ist außerdem die Klosterquelle Michaelstein zu finden. 1965 wurde hier rund 1.200 Meter in die Tiefe gebohrt, um ein Erzlager zu erkunden. Das Bohrloch wurde nach der Bohrung zwar versiegelt, aber nicht richtig abgedichtet. Seither sprudelt es munter (400 l/h) aus dem Erdinneren, wobei der angezapften Mineralquelle sogar Heilkräfte nachgesagt werden.

Wissenschaftlich belegt sind tatsächlich einige heilfördernde Inhaltsstoffe, die unter anderem bei Osteoporose helfen können. Genutzt wird das Heilwasser aber nicht, es fließt in den Klosterbachgrund und damit wieder in die Fischteiche ab. Vom Wanderweg Michaelstein – Eggeröder Brunnen geht eine Treppe zur Heilquelle hinab, der Weg ist ausgeschildert.

Wandern zur Stempelstelle Volkmarskeller

Der Stempelkasten steht übrigens seit einiger Zeit an der Wanderweg-Kreuzung Blankenburg (Michaelstein), Eggeröder Brunnen, Schirmfichte. Der Aufgang zum Volkmarskeller ist einige Meter weiter Richtung Schirmfichte (Westen) zu finden, wo rechts des Weges plötzlich einige Stufen hinauf weisen. Zu den Ruinen von Alt-Michaelstein führt ein weiterer Weg rechts vom Volkmarskeller beginnend. Erreichen können Sie den Volkmarskeller am schnellsten von Eggeröder Brunnen, einer Waldsiedlung nahe Elbingerode. Auch der Parkplatz am Kloster Michaelstein in Blankenburg bietet sich als Ausgangspunkt einer Wanderung an.

  • Blankenburg/Michaelstein Parkplatz (3,8 km)
  • Blankenburg/Ziegenkopf (6,8 km)
  • Büchenberg/Elbingerode (4,8 km)
  • Eggeröder Brunnen (1,4 km)
  • Elbingerode (6,3 km)
  • Heimburg (6,3 km)
  • Hüttenrode (4,9 km)
  • Rübeland/Parkplatz Schwimmbad (4,6 km)
  • Wernigerode/Kaltes Tal (7,9 km)

In der Höhle findet sich übrigens eine Feuerstelle, Feuer machen ist aus Gründen des Naturschutzes allerdings verboten. Mutige können dafür die Höhle weiter erkunden: Direkt gegenüber dem Haupteingang führt ein weiterer (schmaler) Gang in eine kleine Nebenhöhle. Helm und Taschenlampe sollte dann aber Pflicht sein. Wenn Sie die Klosterruinen über dem Volkmarskeller erkunden, passen Sie bitte auf. Ein dritter Schacht führt senkrecht in die Höhle hinab. Zwar ist der Schacht mit einem Gitter abgedeckt, Vorsicht ist trotzdem besser.

Nahe Stempelstellen ab Volkmarskeller

  • HWN #031 Agnesberg (10,4 km)
  • HWN #032 Gasthaus Christianental (9,8 km)
  • HWN #033 Stapenberg (8,6 km)
  • HWN #034 Scharfenstein (10,0 km)
  • HWN #036 Peterstein (8,0 km)
  • HWN #037 Schaubergwerk Büchenberg (4,6 km)
  • HWN #038 Galgenberg (5,2 km)
  • HWN #039 Tagebau Felswerke (7,3 km)
  • HWN #061 Besucherbergwerk Drei Kronen & Ehrt (5,3 km)
  • HWN #076 Gasthaus Großvater (8,9 km)
  • HWN #077 Ruine Luisenburg (8,2 km)
  • HWN #078 Obere Mühle Blankenburg (7,9 km)
  • HWN #079 Otto-Ebert-Brücke (5,9 km)
  • HWN #080 Burgruine Regenstein (7,7 km)
  • HWN #081 Sandhöhlen im Heers (8,6 km)
  • HWN #082 Regenstein-Mühle (7,2 km)
  • HWN #083 Struvenberg (6,6 km)
  • HWN #084 Altenburg/Heimburg (6,9 km)
  • HWN #088 Aussichtspavillon Hoher Kleef (5,6 km)
  • HWN #089 Schornsteinberg (4,2 km)

Weitere Wanderziele ab Volkmarskeller

  • Bielsteinklippe Blankenburg (6,4 km)
  • Blauer See (5,0 km)
  • Brockenblick Blankenburg (6,3 km)
  • Jagdpfalz Bodfeld (3,1 km)
  • Kreuztal Viadukt Neuwerk (5,3 km)
  • Großes Schloss Blankenburg (8,0 km)
  • Kleines Schloss Blankenburg/Schlossmuseum (8,1 km)
  • Schlossruine Elbingerode (6,5 km)
  • Wilhelm-Raabe-Warte (6,1 km)
  • Ziegenkopf Blankenburg (6,9 km)
  • Zillierbach-Talsperre (8,1 km)

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*