Harzer Wandernadel 81 – Sandhöhlen im Heers

Die Sandhöhlen im Heers sind ein uriges Naturdenkmal nahe Blankenburg/Harz im Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt und als Harzer Wandernadel 81 in die gleichnamige Wandernadel integriert. Die Höhlen gliedern sich in die Kleinen und Großen Sandhöhlen und liegen mitten in einem „Heers“ getauften Kiefernwald unterhalb der Burgruine Regenstein auf 195 m ü. NHN. Das Waldgebiet bekam seinen Namen von der mittelalterlichen Heerstraße quer durch den Forst und erstreckt sich von Blankenburg bis Halberstadt.

Sandhöhlen im Heers Harzer Wandernadel 81

Die Einheimischen nennen die Sandhöhlen im Heers übrigens schlicht „Sandhutsche“, wobei diese Hutsche heute wie damals recht rege genutzt wurde beziehungsweise wird. Denn schon die alten Germanen sollen die Höhlen für ihre Things (Stammestreffen und Gerichtsverhandlungen) verwendet haben, hundertprozentig belegt ist das aber nicht.

Sandhutsche: Von alten Germanen & Scheuersand

Belegt ist dafür, dass der feine Quarzsand der Sandhöhlen im Heers früher abgebaut wurde. Genutzt wurde der Sand als Scheuersand und Streusand, etwa zur Reinigung von Dielen. Wirtschaftlich spielt die Sandhutsche heute zwar keine Rolle mehr, ihre mythische Anziehungskraft haben die Höhlen jedoch nicht verloren. Schon auf der Wanderung zu den Sandhöhlen fallen dem Wanderer viele kleinere Höhlen und Nischen aus Sandstein auf, bis plötzlich die Sandhöhlen im Heers die hohen Nadelbäume ringsum verdrängen und fast eine Strandatmosphäre aufkommen lassen – wären da die hohen Sandsteinfelsen nicht.

Sandhöhlen im Heers Dedingstein Harzer Wandernadel 81

Die ragen nämlich ringsum mehrere Meter empor und beherbergen etliche mehr oder minder große Höhlen. Besonders im Sommer spenden die Sandhöhlen im Heers eine geradezu erfrischende Kühle und laden zu einer erholsamen Rast ein. Einige Höhlen sind wohl sogar von Menschen erschaffen, was die Nutzung als germanischer Thingplatz untermauert. Leider sind einige Höhlen heute so versandet, dass kein Zutritt mehr möglich ist. Auch der „zentral“ gelegene, einsame Sandsteinfelsen mit dem Eigennamen „Dedingstein“ (Bild) ist von den Füßen vieler Generationen fast schon dreigeteilt und durch die jahrzehntelange Abnutzung deutlich geschrumpft. Auch jener Dedingstein wurde von unseren germanischen Vorfahren möglicherweise für besondere Riten genutzt.

Sandhöhlen im Heers: Schönste Stempelstelle 2009

Der Mythos der Blankenburger Sandhutsche lässt jedenfalls keinen unberührt. 2009 wurden die Höhlen von den Harzer Wanderfreunden sogar zur schönsten Stempelstelle der Harzer Wandernadel gewählt. Apropos Stempelstellen: Die Harzer Wandernadel 81 – also die Sandhöhlen – lassen sich wunderbar mit den nahen Stempelstellen 80 und 82 verbinden.

Koordinaten Sandhöhlen im Heers
Harzer Wandernadel 81
51° 49′ 1.96″ N, 10° 57′ 57.02″ E

Die Stempelstelle 80 führt den Stempeljäger zur früheren Burg Regenstein der legendären (und verleumdeten) Raubgrafen gleichen Namens, die in östlicher Richtung auf 289,4 Meter thront und samt der Sandhutsche ein schönes Fotomotiv abgibt. Die Nummer 82 wieder führt zur Regensteinmühle, einer von den gerade erwähnten Regensteiner Grafen angelegten Mehl- und Ölmühle aus dem 12. bis 15. Jahrhundert.

Sandhöhlen im Heers & Burgruine Regenstein Harzer Wandernadel 81

Zu erreichen ist die Hutsche am einfachsten direkt vom Besucherparkplatz der Burg Regenstein, ab welchen mehrere Wanderpfade – beispielsweise über die erwähnte Regenstein-Mühle – hinunter zur alten Heerstraße und weiter zu den Höhlen führen.

Wandern zur Harzer Wandernadel 81

Nach wie vor gelten die Sandhöhlen übrigens als ein kleiner Geheimtipp im Harz. Denn so gut die Sandhutsche von der höherliegenden Burg Regenstein zu sehen ist, so versteckt sie sich für fremde und selbst einheimische Wanderer auf der „bodennahen Suche“ plötzlich vollkommen unsichtbar in dem dichten Nadelwald. Besucher können daher schon ein Weilchen umherirren. Es lohnt, die Augen offen zu halten und den Schildern zu folgen.

  • Börnecke (5,7 km)
  • Blankenburg (4,1 km)
  • Blankenburg/Kloster Michaelstein (5,0 km)
  • Parkplatz Burgruine Regenstein (1,2 km)
  • Parkplatz B81 Ortseinfahrt Blankenburg/Nord (2,1 km)
  • Heimburg (4,4 km)
  • Langenstein (5,5 km)

Nahe Stempelstellen ab den Sandhöhlen im Heers

Weitere Wanderziele ab der Sandhutsche

  • Brockenstedter Mühle (3,3 km)
  • Großes Schloss Blankenburg (4,8 km)
  • Kleines Schloss/Museum Blankenburg (4,2 km)
  • Kloster Michaelstein (5,0 km)
  • Höhlenwohnungen Langenstein (5,4 km)
  • Mönchemühle (3,6 km)
  • Pastorenstein (1,2 km)
  • Teufelsmauer (4,5 km)

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