Harzer Wandernadel 82 – Regensteinmühle

Die Regensteinmühle (oder Regenstein-Mühle) und heutige Harzer Wandernadel 82 ist eine mittelalterliche Mahl- und Ölmühle nahe der Burgruine Regenstein nördlich von Blankenburg/Harz im Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt. 2014 wurde die Regensteinmühle zur schönsten HWN-Stempelstelle des Jahres gewählt.

Regensteinmühle Harzer Wandernadel 82

Erbaut wurde die Mühle zur Versorgung der Burg Regenstein samt deren Vorwerk Nienrode gegen Ende des 12. Jahrhundert von den Regensteiner Grafen. Mit der Aufgabe der Regenstein-Mühle im 15. Jahrhundert verfiel die Anlage. Die letzten Reste wurden 1758 im Siebenjährigen Krieg von den Preußen beseitigt, lag die Mühle doch genau auf der Grenze zwischen Braunschweig und Preußen.

Die Regensteinmühle & die Burg Regenstein

Bis zur Aufgabe wurden in der Mühle jedenfalls Grützmehl (Gerstenschrot) und Öl produziert und zwar mittels Wasserkraft. Das nötige Wasser wurde vom nahen Goldbach unterhalb des Mönchemühlenteichs abgezweigt, wozu ein zwei Kilometer langer Mühlgraben ausgehoben wurde. Für die letzten Meter wurden außerdem zwei parallel zueinander verlaufende Stollen in den Fels gegraben. 1988 bis 1991 wurden rund 500 Meter des früheren Mühlgrabens freigelegt.

Angetrieben wurden die zwei Mühlräder der Regenstein-Mühle durch Aufschlagwasser. Gesteuert wurde die Anlage durch ein Wehr vor den jeweils 20 Meter langen Stollen, wo das nötige Wasser obendrein auf Vorrat in einem kleinen Becken angestaut wurde.

Regensteiner Mahl- & Ölmühle rekonstruiert

Wiederentdeckt wurde die Regensteinmühle durch den Blankenburger Bergbauingenieur Lothar Tomaszewski, der die Anlage zusammen mit Freiwilligen zwischen 1988 und 1997 rekonstruierte. Anfang der 1990er wurden im Zuge einer ABM-Maßnahme die beiden Mühlräder wiederaufgebaut, die heute recht imposant vor den Besuchern aufragen. Kein Wunder: Das Wasserrad der oberen Mahlmühle misst 4,0 Meter im Durchmesser, das Wasserrad der unteren Ölmühle sogar 5,0 Meter.

Regenstein-Mühle Harzer Wandernadel 82

2013/2014 wurden Mühlgraben und Mühlräder durch KOBA und dem Blankenburger VHS Bildungswerk erneut überholt, Jugendliche aus dem Harz und Frankreich arbeiteten hierbei Hand in Hand. In nächster Zeit soll sogar die alte und einst zwei Etagen hohe Regenstein-Mühle rechts neben den Mühlrädern rekonstruiert werden, ein genauer Zeitplan ist aber unbekannt.

Koordinaten Regensteinmühle

Harzer Wandernadel 82

51° 48′ 59.51″ N, 10° 56′ 55.79″ E

Wandern zur Stempelstelle Harzer Wandernadel 82

Heute ist die Mühle – auch dank einer Schutzhütte – ein beliebtes Wanderziel und lockt wie schon erwähnt als Harzer Wandernadel 82 vor allem die Harzer Stempeljäger an. Nahe Startplätze finden Wanderer direkt am Besucherparkplatz der Burgruine Regenstein unterhalb der Festung oder am Parkplatz an der B81 kurz vor dem Blankenburger Ortseingang aus Wernigerode/Halberstadt kommend. Von beiden Parkplätzen sind die Pfade ausgeschildert.

  • Börnecke (7,0 km)
  • Blankenburg (3,3 km)
  • Blankenburg/Kloster Michaelstein (3,7 km)
  • Parkplatz Burgruine Regenstein (1,0 km)
  • Parkplatz B81 Ortseinfahrt Blankenburg/Nord (0,9 km)
  • Heimburg (3,4 km)
  • Langenstein (6,3 km)

Nahe Stempelstellen ab der Regensteinmühle

Es lohnt übrigens, die Mühle in einer kleinen Rundtour mit den nahen Stempelstellen 80 (Burg Regenstein) und 81 (Sandhöhlen im Heers) zu erwandern.

Weitere Wanderziele ab der Regenstein-Mühle

  • Brockenstedter Mühle (3,6 km)
  • Großes Schloss Blankenburg (4,8 km)
  • Kleines Schloss/Museum Blankenburg (4,3 km)
  • Kloster Michaelstein (3,7 km)
  • Höhlenwohnungen Langenstein (6,2 km)
  • Mönchemühle (2,3 km)
  • Pastorenstein (1,4 km)
  • Teufelsmauer (4,6 km)

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