Klostergrund Michaelstein – Harzer Wandernadel 59

Der Klostergrund Michaelstein ist ein Tal zwischen Blankenburg und Heimburg im Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt). Jenes Tal lockt heute zum einen mit der Stempelstelle 59 der Harzer Wandernadel. Sowie obendrein mit Ruhe und Idylle. Entsprechend ist das etwa 5,0 km lange Tal ein lohnendes Wandergebiet, das mit viel Grün und munteren kleinen Bächlein lockt.

Klostergrund Michaelstein: Kloster & Mönche

Zu verdanken ist diese Idylle übrigens früheren Mönchen. Schon im 9. Jahrhundert diente die nahe Höhle Volkmarskeller – ebenfalls eine Stempelstelle der Harzer Wandernadel – ersten Einsiedlern als Klause (Unterkunft). Später entstand über jener Höhle eine dem Erzengel Michael geweihte Kirche, deren Grundmauern bis heute erhalten sind. Der Volkmarskeller wiederum war Maria (der Mutter Jesu) sowie Volkmar geweiht. 1146 gründeten Mönche schließlich das eigentliche Kloster (Alt)Michaelstein. Zuerst bewohnten dieses Benediktiner, laut einer Urkunde von Papst Eugens III. aber schon 1152 Zisterzienser.

Klostergrund Michaelstein Harzer Wandernadel Stempelstelle 59

Kurz darauf zog das Kloster vom Volkmarskeller an seinen heutigen Ort um. Wobei die Regeln des damals noch jungen Zisterzienserorden vorschrieben, keine Klöster in Städten, Dörfern und anderen befestigten Orte zu gründen. Stattdessen sollten diese quasi abseits des allgemeinen Lebens entstehen. Das neue Kloster Michaelstein im Klostergrund sollte dennoch gedeihen. Und zwar prächtig. Denn das Kloster stieg schnell zu einer wirtschaftlichen Größe auf. Zugegeben kein Wunder, gehörte dem Kloster doch schon bald ein stattlicher Grundbesitz. Dieser legte zudem im Lauf der Jahre stetig zu. Entsprechend baten die damals Mächtigen und selbst die Päpste die Michaelsteiner Äbte wiederholt als Vermittler.

Harzer Wandernadel 59: Idylle & Kultur

Die einfachen Mönche machten dagegen das Tal urbar. Wobei weniger der Ackerbau im Fokus stand, sondern die Fischzucht. Für diese stauten die Mönche im Klostergrund Michaelstein an die 20 Teiche an. Viele dieser Teiche bestehen bis heute und dienen nach wie vor der Zucht von Forellen sowie Karpfen. Das Klostergrund lockt daher heute nicht nur mit Gaststätten wie der „Klosterfischer“, sondern vor allem mit frischem Fisch direkt aus dem Teich.

Das Kloster Michaelstein teilte trotzdem das Schicksal vieler anderer Klöster. 1525 plünderten aufständige Bauern – Stichwort Bauernkriege – die Anlage. Dabei zerstörten sie die Klosterkirche und etliche Bildnisse, die Mönche flohen auf die nahe Heimburg. 1543 trat der letzte katholische Abt zurück. Daraufhin richteten die Regensteiner Grafen eine Klosterschule ein. Die nun protestantischen Äbte kamen allesamt aus dem Regensteiner Geschlecht, das 1599 ebenfalls ausstarb. Heute ist das ehemalige Kloster das Zuhause der Musikakademie Sachsen-Anhalt für Bildung und Aufführungspraxis. Auch ein Museum ist zu finden. Die Teiche laden zu einer kleinen Rundtour in der Natur. Die Gasthäuser mit kulinarischen Genüssen, frisch geräuchertem Fisch oder einem kühlen Bier. Stille, Idylle und Kultur sind also geblieben.

Klostergrund: Stempelstelle 59 seit 2016

Zumal das Kloster und der Klostergrund Michaelstein an der Straße der Romanik liegen. Außerdem am Harzer Klosterwanderweg, der gleich elf Nordharzer Klöster verbindet. Konkret die Neuwerkkirche Goslar, die Klöster Grauhof, Wöltingerode, Ilsenburg, Drübeck, Himmelpforte, Michaelstein, die Bartholomäuskirche Blankenburg und schließlich das Kloster Wendhusen in Thale.

Die Stempelstelle 59 gibt es dagegen erst seit 2016. Im Zuge ihres 10-jährigen stellte die HWN einige Stempelstellen um. Unter anderem die Harzer Wandernadel 59, die zuvor beim Jagdschloss Windenhütte nahe Hasselfelde stand. Die neue Stempelstelle 59 ist jedenfalls rechts am dritten Damm (vom Klosterfischer kommend) zu finden. Tatsächlich ist der Stempelkasten etwas versteckt zwischen den Bäumen.

Koordinaten Klostergrund Michaelstein
Stempelstelle Harzer Wandernadel 59
WGS84: 51° 48′ 18″ N, 10° 54′ 35″ E
51.805°, 10.909722°
UTM: 32U 631667 5741075
Geo URI: geo:51.805,10.909722

Wandern zur HWN Stempelstelle 59

Als Startpunkt einer kleinen Tour bietet sich übrigens der (kostenlose) Parkplatz direkt am Kloster an. Von diesem sind es bis zur Stempelstelle 59 gerade mal 400 Meter oder fünf Minuten.

  • Blankenburg Parkplatz Michaelstein (0,4 km)
  • Heimburg Ziegenberg (3,0 km)

Nahe Stempel ab Harzer Wandernadel 59

Es lohnt daher, die Tour zumindest zum Volkmarskeller (HWN #087) – quasi dem Ursprung des Klosters – fortzusetzen. Auf dem Weg dorthin tauchen diverse Überbleibsel aus dem früheren Bergbau auf. Zum Beispiel die Klosterquelle Michaelstein. Diese geht auf eine Tiefenbohrung von 1965 zurück. Seither sprudeln aus 1.200 m (!) Tiefe pro Stunde rund 400 Liter Wasser. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe gilt dieses sogar als Heilwasser. Eine Nutzung erfolgt allerdings nicht. Stattdessen speist die Klosterquelle die nahen Fischteiche. Der Wanderweg setzt sich schließlich bis zur kleinen Siedlung Eggeröder Brunnen oder der früheren Königspfalz Bodfeld fort.

Neben der Stempelstelle 59 locken weitere Stempel der Harzer Wandernadel. Und zwar:

Weitere Ziele ab Klostergrund Michaelstein

Davon ab gibt es weitere Ziele an, die auch ohne einen Stempel der Harzer Wandernadel lohnen. Zum Beispiel:

  • Bielsteinklippe (4,4 km)
  • Blaue See Hüttenrode (8,6 km)
  • Brockenblick Hüttenrode (3,7 km)
  • Großes Schloss Blankenburg (4,5 km)
  • Kleines Schloss Blankenburg (4,5 km)
  • Klosterquelle Michaelstein (1,2 km)
  • Königspfalz Bodfeld (5,2 km)
  • Rathaus Blankenburg (4,2 km)
  • Wilhelm-Raabe-Warte (2,7 km)
  • Ziegenkopf (4,2 km)

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