Harzer Wandernadel 80 – Burgruine Regenstein

Die Burg oder vielmehr Burgruine Regenstein – mitunter auch Reinstein oder Rheinstein – liegt nördlich von Blankenburg/Harz im Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt und ist als Harzer Wandernadel 80 ausgezeichnet. Erbaut wurde die einst mächtige Burg auf dem gleichnamigen Sandsteinfelsen auf 289,4 m ü. NN. Selbst heute gilt die längst zerstörte Festung als markanter Punkt in der Nord-Vorharzer und Blankenburger Landschaft und zieht Jahr für Jahr tausenden Besucher und Wanderer an.

Burgruine Regenstein Harzer Wandernadel 80

Ein Wunder ist das allerdings nicht. Zum einen bietet die Burgruine einen weiten Ausblick in bis zu 50 Kilometer Ferne und nach wie vor recht interessante Einblicke in das Leben der früheren Bewohner. Die Ruine ist daher ein beeindruckendes Zeugnis vieler Jahrhunderte purer Geschichte. Zum anderen sorgt vor allem Albrecht II., Graf von Regenstein (1310 bis 1349) durch seine Streitereien mit Quedlinburg und dem Bischof von Halberstadt – der dummerweise ebenfalls Albrecht II. hieß – und seine (falsche) Verklärung als Raubgraf für Zündstoff.

Burg Regenstein: Erbauung liegt im Dunkel

Erstmals erwähnt wurde die Burg Regenstein übrigens 1162 durch Konrad, Comes de Regenstein oder eben Graf von Regenstein, Sohn von Poppo I. von Blankenburg. Obwohl Poppo noch den Namen Blankenburg trug, gilt der Vater Konrads als Ahnherr der Regensteiner Grafen. Die Burg Regenstein dürfte allerdings deutlich älter sein und reicht wahrscheinlich zurück bin ins neunte Jahrhundert, wurde also möglicherweise 400 Jahre zuvor erbaut. Die Regensteiner jedenfalls sollten den Nordharz über Jahrhunderte beherrschen und gehörten zu den bedeutsamsten Grafen des damaligen Harz-Gaus überhaupt.

Zeitweise gab es sogar drei Linien: Regenstein-Regenstein, Regenstein-Blankenburg und Regenstein-Heimburg. In der dritten und gleichzeitig jüngsten Linie wurde das Geschlecht irgendwann wieder vereint, bis der letzte Graf von Regenstein im Alter von nicht einmal drei Jahren 1599 verstarb und die Linie damit erlosch. Schon im 15. Jahrhundert waren die letzten Regensteiner auf das Große Schloss Blankenburg umgezogen, womit die einstige Stammburg Regenstein seither dem Verfall preisgegeben war.

Burgruine Regenstein: Aus Burg wird Festung

Trotzdem sollte die mittelalterliche Burg Regenstein noch einmal aufblühen und zwar durch die Preußen. 1671 bauten diese nämlich die alte Felsenburg zur Festung Regenstein aus. 1677 wurde die Festung sogar zur Garnison erhoben. 1736 gab es einen Blitzeinschlag in jene Festung, der mitten in den Pulverturm traf und die Festung arg beschädigte. Im Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) zwischen Preußen, Portugal und Großbritannien/Kurhannover auf der einen sowie Frankreich, Österreich, Sachsen, Schweden, Russland und dem Heiligen Römischen Reich auf der anderen Seite eroberten 1757 die Franzosen die Festung Regenstein.

Burg Regenstein Harzer Wandernadel 80

Doch schon fünf Monate später gelang den Preußen im Februar 1758 die Rückeroberung, worauf diese die Festung zerstörten. Hierbei wurde unter anderem das recht weit oben gelegene Pulverlager gesprengt. Übrig blieben von der Festung lediglich die typischen Kasematten, der Stumpf des früheren Bergfrieds, die aus den Felsen geschlagenen Räume und das (heute restaurierte) Eingangstor. Jene in und aus dem Fels gehauenen „Höhlenwohnungen“ sind bis heute charakteristisch für die Burgruine Regenstein. Selbst die Pferdeställe waren in den Felsen getrieben.

Festung Regenstein: Besuchermagnet für jung & alt

Obwohl Ruine gilt die Burgruine Regenstein heute im ganzen Land als Besuchermagnet. Selbst ein gewisser Johann Wolfgang von Goethe weilte dereinst zusammen mit dem Maler Georg Melchior Kraus auf dem Regenstein, nämlich am 11. September 1784 auf seiner dritten Harzreise. In den bis heute erhaltenen, künstlichen 32 Felsräumen und Gräben der Burgruine Regenstein können Besucher ausgegrabene Bodenfunde der früheren Bewohner bestaunen. Auch an den Besuch Goethes erinnern eine Gesteinsprobe und zwei Zeichnungen.

Die frühere Burg Regenstein nimmt in der jüngeren Festung Regenstein mit 180 x 90 Metern übrigens nur einen kleinen Teil ein. Die Höhenburg bestand einst aus zahlreichen typischen Gebäuden, vier Toren und sieben Türmen. Archäologen wiesen zudem eine 20 Meter tiefe Zisterne und sogar eine Warmluftheizung nach. Die spätere preußische Festung Regenstein war deutlich größer, mit einem 197 Meter tiefen Brunnen versehen und nahm zuletzt den gesamten Höhenrücken mit rund zwei Kilometer Länge ein.

Burg Regenstein heute: Tourismus und Wandern

Heute gilt die Burg Regenstein als beliebtes Ausflugsziel mit einem weiten Rundumblick wie zum Stift Quedlinburg auf dem Schlossberg oder der früheren Altenburg bei Heimburg (heute ein Pavillon). Touristisch erschlossen ist die nach wie vor imposante Burgruine Regenstein übrigens schon seit 1812, als das erste Gasthaus eröffnete. Heute werden alljährlich Ritterspiele und ein Garnisonsfest abgehalten, auch die Wikinger schauen öfters auf dem Regenstein vorbei.

Koordinaten Burgruine Regenstein
Harzer Wandernadel 80
51° 48′ 49.9″ N, 10° 57′ 30.1″ E

Wanderer erfreuen sich wieder der Harzer Wandernadel 80 und somit einem Stempel eben für die Harzer Wandernadel. Apropos Stempel: Der Regenstein zählt auch für das Sonderabzeichen Goethe im Harz, Stempeljäger können also gleich doppelt abstempeln. Am bequemsten zu erreichen ist die Burg von dem unterhalb des Regensteins gelegenen Besucherparkplatz. Einen weiteren Parkplatz findet sich direkt an der nördlichen Ortsausfahrt B81 Richtung Wernigerode/Halberstadt.

Wandern zur Stempelstelle Harzer Wandernadel 80

  • Börnecke (6,7 km)
  • Blankenburg (3,2 km)
  • Blankenburg/Kloster Michaelstein (4,2 km)
  • Parkplatz Burgruine Regenstein (0,4 km)
  • Parkplatz B81 Ortseinfahrt Blankenburg/Nord (1,7 km)
  • Heimburg (4,6 km)
  • Langenstein (6,6 km)

Nahe Stempelstellen ab der Burg Regenstein

Unterhalb der Burg und von oben gut zu sehen finden sich übrigens als ein kleiner Harzer Geheimtipp die Sandhöhlen im Heers (Stempelstelle 81). Knapp einen Kilometer westlich liegt die mittelalterliche und zur Burg gehörende Regensteinmühle (Stempelstelle 82). Es lohnt also, den Regenstein alias Harzer Wandernadel 80 in einer kleinen Rundtour einzubinden. Wanderpfade sind ausgeschildert.

  • HWN #059 Klostergrund Michaelstein (4,3 km)
  • HWN #074 Hamburger Wappen (6,8 km)
  • HWN #076 Gasthaus Großvater (4,1 km)
  • HWN #077 Ruine Luisenburg (4,3 km)
  • HWN #078 Obere Mühle Blankenburg (3,6 km)
  • HWN #079 Otto-Ebert-Brücke (5,6 km)
  • HWN #081 Sandhöhlen im Heers (1,2 km)
  • HWN #082 Regensteinmühle (1,2 km)
  • HWN #083 Austbergturm (8,9 km)
  • HWN #084 Altenburg/Heimburg (4,6 km)
  • HWN #087 Volkmarskeller (7,8 km)

Weitere Wanderziele ab der Burgruine Regenstein

  • Brockenstedter Mühle (3,8 km)
  • Großes Schloss Blankenburg (3,9 km)
  • Kleines Schloss/Museum Blankenburg (3,4 km)
  • Kloster Michaelstein (4,2 km)
  • Höhlenwohnungen Langenstein (6,5 km)
  • Mönchemühle (2,9 km)
  • Pastorenstein (1,7 km)
  • Teufelsmauer (3,7 km)
Burg Regenstein: Besucherinfos & Eintrittspreise

Besucherzeiten:

  • April – Oktober, täglich 10 – 18 Uhr
  • November – März, Mi. bis So. 10 – 16 Uhr
  • bei schlechter Witterung geschlossen

Eintrittspreise:

  • Erwachsene: 3,00 Euro
  • Kinder ab 6 Jahre: 1,50 Euro
  • 20% Ermäßigung mit Blankenburger Urlaubsticket
  • freier Eintritt mit Harzcard

Parkplatz:

  • unterhalb der Burgruine Regenstein
  • Adresse für Navi: Am Platenberg

Informationen:

  • Telefon: 03944-61290 oder 03944-61291
  • Internet: blankenburg.de

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