HWN 027 – Ottofelsen

Der Ottofelsen – richtig eigentlich Ottofels – ist eine 36 Meter hohe Felsformation aus Granit nahe dem Wernigeröder Ortsteil Hasserode im Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt. Benannt nach dem einstigen Grafen und (später) Fürsten Otto zu Stolberg-Wernigerode wurde der Ottofels 1964 als Naturdenkmal ausgezeichnet.

Ottofelsen Harzer Wandernadel Nr. 27

Geographisch liegt der Ottofelsen quasi auf halber (wenn auch nicht direkter) Strecke zwischen Wernigerode-Hasserode und Drei Annen Hohne im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt. Obendrein markiert die gewaltige Felsformation die Nordostflanke des Hohnekamms, der vor allem für seine Leistenklippe, Grenzklippe oder Bärenklippe bekannt ist. Richtung Hohnekamm schließen sich die Hohnsteinklippen an, die einen malerischen Ausblick auf das südöstlich gelegene Tal des Braunen Wassers gewähren.

Ottofels: Rundumsicht von 620 Meter über Normalnull

Der Fels mit den für die Harzklippen typischen Wollsack- oder Matratzenverwitterungen befindet sich auf 584 m ü. NN und ragt rund 36 Meter in die Höhe. Über eine Treppe ist der Ottofelsen relativ bequem zu erklimmen, womit der Felsen eine Aussicht aus 620 m ü. NN erlaubt. Tipp: Die Treppe ist sehr steil ist, steigen Sie daher besser rückwärts wieder hinunter. Der Aufstieg lohnt auf jeden Fall, können Sie von oben doch bis zum Brocken, dem nahen Hohnekamm, die Zeternklippen oder auf Wernigerode und das Harzer Vorland schauen.

Koordinaten Ottofelsen: 51° 47′ 48.08″ N, 10° 42′ 43.02″ E

Wanderungen zum Ottofelsen bieten sich ab Drei Annen Hohne, Drei Annen oder Wernigerode ab Bahnhof Steinerne Renne in Hasserode an. Letztgenannte Alternative können Sie mit einem Aufstieg durch die wilde Schlucht Steinerne Renne entlang der rauschenden Holtemme kombinieren. Kürzer, aber weniger wildromantisch, ist eine Wanderung vom Wanderparkplatz Thumkuhlental (Einfahrt L100 hinter Ortsausgang Wernigerode am Lossen-Denkmal).

Ottofelsen mit Blick auf Brocken

Wanderer begeistert der Ottofelsen mit dem Stempel Nr. 27 der Harzer Wandernadel. Bergsteiger können den Fels ähnlich den Schnarcher Klippen als Klettergipfel nutzen.

Otto Graf und Fürst zu Stolberg-Wernigerode

Namensgeber des Ottofels war wie erwähnt Otto Graf zu Stolberg-Wernigerode. Geboren am 30. Oktober 1837 im hessischen Gedern studierte dieser nach dem Gymnasium Jura und Verwaltungswissenschaften in Göttingen und Heidelberg. Danach diente Otto zu Stolberg-Wernigerode 1859 bis 1861 in der preußischen Armee und bekleidete im Kavallerieregiment Garde du Corps den Rang eines Seconde-Lieutenant.

1963 heiratete Otto die Prinzessin Anna Elisabeth Reuß zu Köstritz (1837 bis 1907), mit der er sieben Kinder – drei Töchter und vier Söhne – zeugte. Anna schrieb zahlreiche Theaterstücke und Gedichte, bekannt sind vor allem „Holtemme“ und „Jagd am Hubertustag“. Otto hingegen zog es in die Politik. Unter Otto von Bismarck stieg er bis zum Vizekanzler des deutschen Kaiserreiches auf. 1890 wurde Otto von Wilhelm II. zum Fürst zu Stolberg-Wernigerode erhoben, sechs Jahre später verstarb Otto am 19. November 1896 auf Schloss Wernigerode.

Ottofelsen Harzer Wandernadel Nr. 27

Fürst Otto gehörten neben 520 km² Land zahlreiche Fabriken wie die Eisenhütte in Ilsenburg, deren Erzeugnisse weltweit begehrt waren und die sogar internationale Preise – unter anderem auf der Weltausstellung in Paris 1867 – errangen. Otto zu Stolberg-Wernigerode stand zudem für eine faire Sozialpolitik ein und schrieb beispielsweise die Stolberger Sozialgesetzgebung, die Arbeitern in seiner Grafschaft Krankenkasse, Pension und Unfallversicherung garantierte. Entstanden sind diese Sozialgesetze natürlich im Schloss Wernigerode, das im Auftrag Ottos vom Architekten Carl Frühling deutlich umgebaut wurde.

Wandern zur Stempelstelle Ottofelsen

  • Darlingerode (7,8 km)
  • Drei Annen (3,5 km)
  • Drei Annen Hohne (4,2 km)
  • Elbingerode (9,3 km)
  • Ilsenburg/Wanderparkplatz Ilsetal (9,5 km)
  • Schierke (7,2 km)
  • Wernigerode/Parkplatz Steinerne Renne (3,7 km)
  • Wernigerode/Thumkuhlental (2,6 km)

Nahe Stempelstellen ab dem Ottofels

  • HWN #006 Obere Ilsefälle (7,7 km)
  • HWN #007 Gasthaus Plessenburg (5,6 km)
  • HWN #008 Stempelsbuche (7,9 km)
  • HWN #009 Brockenhaus (10,1 km)
  • HWN #010 Große Zeternklippe (7,5 km)
  • HWN #013 Ahrentsklint (6,1 km)
  • HWN #015 Leistenklippe (2,8 km)
  • HWN #016 Ferdinandsstein (6,1 km)
  • HWN #017 Trudenstein (3,8 km)
  • HWN #022 Gelber Brink (6,2 km)
  • HWN #023 Molkenhausstern (5,0 km)
  • HWN #024 Wolfsklippe (5,2 km)
  • HWN #026 Mönchsbuche (3,7 km)
  • HWN #028 Gasthaus Steinerne Renne (1,4 km)
  • HWN #030 Gasthaus Ilsestein (7,9 km)
  • HWN #085 Wasserkunst Thumkuhlental (2,5 km)
  • HWN #174 Hohnehof (3,2 km)

Weitere Wanderziele ab dem Ottofelsen

  • Hohnekamm/Hohneklippen (3,0 km)
  • Hohnsteinklippen (0,6 km)
  • Kloster Ilsenburg (9,9 km)
  • Renneklippen (1,8 km)
  • Schloss Wernigerode (8,8 km)

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