Leistenklippe – Harzer Wandernadel 15

Die Leistenklippe gehört zum Hohnekamm und damit zu den Hohneklippen. Zu diesen zählen außerdem Bärenklippe, Grenzklippe, Höllenklippe und Landmannklippe. Der Hohnekamm liegt nahe Schierke (Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt) und besteht aus Granit. Als Beginn des „Kamms“ gilt – Verlauf Südost nach Nordwest – quasi die Bärenklippe. Danach folgt die Leistenklippe als Stempelstelle 15 der Harzer Wandernadel. Anschließend Grenz- sowie Höllenklippe. Zuletzt der Landmann. Die Bärenklippe besteht übrigens als einzige Hohneklippe nicht aus Granit. Sondern aus Tonschiefer.

Auch der Hohnekopf (840 m) zählt zum Hohnekamm, stellt dieser doch einen Ausläufer des Höhenzugs. Zum Hohnekopf gehören wieder weitere Klippen wie der Trudenstein (HWN #017). Die Klippen muten jedenfalls durch die für die Harzklippen typische Wollsackverwitterung recht bizarr an. Geografisch liegt der rund drei Kilometer lange Hohnekamm übrigens schon im Hochharz. Und zwar nordöstlich von Schierke und nordwestlich von Drei Annen Hohne. Außerdem im Naturpark Harz (Sachsen-Anhalt) und ebenso im Nationalpark Harz.

Die Leistenklippe stellt mit 900,6 m ü. NN übrigens die höchste Stelle des Kamms. Außerdem ist die Klippe mittels Leitern begehbar. Und das schon seit 1898. Ein sicherer Tritt und gute Schuhe sind trotzdem hilfreich. Die Leistenklippe jedenfalls bietet eine tolle Rundumsicht. Zum Beispiel auf den Brocken, Wernigerode oder Ilsenburg. Sowie natürlich der Unterharz. Selbst Halberstadt sowie das Josephskreuz auf dem Großen Auerberg bei Stolberg sind mitunter zu sehen.

Leistenklippe: Die höchste Klippe des Hohnekamm

Gen Nordwest schließt sich dem Hohnekamm übrigens der Renneckenberg (933 m) an. Westlich von dem wieder der Brocken (1.141 m). In Nordost liegen die Hippeln samt ihrem Kontorkopf (556 m). Dahinter die Holtemme (Steinerne Renne) und Hasserode (Wernigerode). In Südost der Erdbeerkopf (847,7 m). In Südwest schließlich der Wurmberg (971 m), der Große Winterberg (906 m) und der Kleine Winterberg (837 m).

Wegen der Aussicht gilt die Leistenklippe natürlich als beliebtes Ziel für Wanderer. Entsprechend führen gleich einige Wanderwege den Hohnekamm und zur Harzer Wandernadel 15 hinauf. Alle Wege – Beerenstieg, Treppenstieg, Moorstieg – sind allerdings recht schmal und erfordern gutes Schuhwerk. Es geht sprichwörtlich über Stock und (vor allem) Stein. Sowie Bohlenwege, da der Untergrund stellenweise etwas sumpfig ausfällt. Ab der Höllenklippe wird es gen Landmann dann richtig urig. Der Weg ist kaum noch erkennbar und entsprechend schwer. Trotzdem: Eine Tour auf dem Hohnekamm lohnt. Zumal auf dem Landmann sogar ein Gipfelbuch lockt. Wenn auch dessen Erreichen ein gewisses Talent beim Klettern erfordern.

Neben der Harzer Wandernadel und die Stempelstelle 15 Leistenklippe lockt der Hohnekamm übrigens auch mit Wintersport. Rundherum verläuft nämlich bei Schnee die Renneckenbergloipe. Bis 2000 gab es hier sogar einen Skilift, galt das Areal doch früher als Skigebiet von Drei Annen Hohne. Mittlerweile ist der Lift jedoch abgebaut.

Die Sage von den Hohneklippen

Laut einer Sage sind die Hohneklippen übrigens drei verzauberte Jungfrauen aus Wernigerode. Alle waren so wunderschön, das kaum ein Mann sich traute. Und wenn doch einer mal den Mut zum freien besaß, war er den Mädels nicht gut genug. Irgendwann machten sich die Schönheiten auf dem Weg zum Hexenstein. Hier wollten sie Blumen ablegen. Nach altem Brauch würde ein (passabler) Mann dann schon kommen.

Beim Abstieg trafen sie schließlich auf eine alte Frau. Die hatte tatsächlich für jedes der Mädchen einen Mann zur Hand. Für die Erste einen Jäger. Einen Holzfäller für die Zweite. Und zuletzt einen Schreiberling für die Dritte. Doch den Mädels waren die Männer nicht recht.

„Was sollen wir denn mit solchen Buben? Wir wollen auf Daunen schlafen, nicht auf Stroh. Dann doch lieber gar keinen Mann.“

Koordinaten Leistenklippe
Stempelstelle Harzer Wandernadel 15
WGS84: 51° 46′ 53.47″ N, 10° 41′ 37.61″ E
51.78152°, 10.69378°
UTM: 32U 616840 5738096

Kaum waren die Worte heraus, wuchs das Großmütterchen zur Riesin. Und schmetterte den drei Schönheiten ihre Antwort hinab:

„So hab ich’s doch gewusst. Eure Herzen sind kalt wie Stein. Falscher Stolz macht euch blind. Nun denn. Wenn euch die Männer nicht recht sind, sollt ihr den Brautstrauß niemals werfen.“

Sprach’s – und verwandelte die Drei in Felsen. Kaum wurde der Zauber in Wernigerode kund, boten die Väter der Mädchen jedem Jüngling Geld. Dafür sollten diese ihre Töchter von dem bösen Fluch erlösen. Doch das Geld half nicht. Kein Mann fand sich bereit. So müssen die drei Jungfrauen bis heute auf dem Hohnekamm als Klippen harren. Schroff und durchaus mächtig zeigen sie wie damals ihren eitlen Hochmut.

Wandern zur HWN Stempelstelle 15

Als Start für eine Tour auf den Hohnekamm sowie zur Harzer Wandernadel 15 bieten sich jedenfalls gleich einige Orte an. Zum Beispiel:

  • Braunlage (10,9 km)
  • Drei Annen (4,2 km)
  • Drei Annen Hohne (3,9 km)
  • Elbingerode (9,4 km)
  • Elend (5,6 km)
  • Königshütte (8,6 km)
  • Schierke Parkhaus Am Winterbergtor (4,6 km)
  • Wurmberg (7,7 km)

Nahe Stempel ab der Harzer Wandernadel 15

Neben der Stempelstelle 15 Leistenklippe locken zudem weitere nahe Stempel. Etwa der Trudenstein, der Ottofels oder der Ahrentsklint.

Weitere Ziele ab der Stempelstelle 15

  • Barenberg (5,0 km)
  • Ruine Elendsburg (5,1 km)
  • Ruine Glashütte (2,0 km)
  • Feuersteinklippen (2,5 km)
  • Kleiner Brocken (10,1 km)
  • Landmannklippe (2,0 km)
  • Renneklippen (4,3 km)
  • Scherstorklippen (5,4 km)
  • Sonnenklippen (7,2 km)
  • Wurmberg (7,7 km)

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