Landschaftspark Degenershausen - Stempelstelle 202

Landschaftspark Degenershausen – Stempelstelle 202

Der Landschaftspark Degenershausen ist ein früherer Gutsbezirk nahe Wieserode. Aufgrund seiner Geschichte führt die Harzer Wandernadel den Park als Stempelstelle 202.

Der Landschaftspark liegt auf rund 325 m ü. NN im Unterharz zwischen dem Parkplatz „Gartenhaus“ (Burg Falkenstein) sowie Wieserode. Der kleine Ort gehört wieder zur Stadt Falkenstein / Harz und somit zum Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt. Direkt am Park vorbei führt die Kreisstraße 1344.

Amtsrat schafft Landschaftspark Degenershausen

Die Geschichte des Parks beginnt mit Johann Christian Degener (1774 – 1854), der sein Brot als Braunschweigischer Amtsrat verdiente. 1834 kaufte Degener das 12 ha große Forstrevier zwischen der Gärtnerei Burg Falkenstein (Gartenhaus) und Neuplatendorf bzw. Meisdorf. Übrigens als Hochzeitsgeschenk für seine Tochter Amalie (1813 – 1843). Diese hatte ein Jahr zuvor Hans Constantin Freiherr von Bodenhausen (1799–1862) das Ja-Wort gegeben. Der gute Hans war nicht nur von Adel, sondern außerdem Königlich-Preußischer Kammerherr. Nach heutigen Begriffen also ein richtig hohes Tier.

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Sein Geschenk verknüpfte Degener jedenfalls mit Bedingungen. Eine davon war der Name, das Areal musste „Degenershausen“ heißen. Ein Jahr nach dem Kauf baute der Amtsrat ein Herrenhaus sowie diverse Wirtschaftsgebäude. Gleichzeitig entstand der Park. In den Jahren 1936/1937 folgte am (Post)Weg nach Meisdorf eine Ziegelei. Degeners Traum erfüllte sich 1841: Fortan hieß das Areal „Degenershausen mit Forstrevier Friedrichshohenberg“. Degener zu Ehren stellte man 1859 nahe dem Wohnhaus außerdem einen Obelisk aus Gusseisen auf. Ein solches Denkmal war eine weitere Bedingung von Degener. Leider musste man den Obelisk 1968 wegen Baufälligkeit abreißen.

Erben mussten Zusatz „Degener“ tragen

Bedingung ist ein gutes Stichwort, denn Degener verfügte in seinem Testament eine dritte. Der Besitz sollte in ein Fideikommiss übergehen. Vereinfacht besagt dieses, dass der Besitz in der Familie bleiben musste. Außerdem durfte der jeweilige Nutzeigentümer allein den Ertrag einstreichen, nicht aber den Besitz verkaufen. So war der Besitz außerdem vor einer Vollstreckung aufgrund von Schulden sicher. Deutschland schaffte dieses interessante Fideikommiss leider 1919 ab.

Koordinaten Landschaftspark Degenershausen
Stempelstelle 202
WGS84: 51° 41′ 8″ N, 11° 18′ 27″ E
51.685556°, 11.3075°
UTM: 32U 659509 5728587
Geo URI: geo:51.685556,11.3075

Degener verfügte zudem, dass die Erben seiner Tochter ihrem Namen Bodenhausen den Zusatz „Degener“ anhängen mussten. Tatsächlich entstanden aus Amalies Ehe sieben Kinder. Erben für Degenershausen gab es aber scheinbar nur drei. Und zwar Degeners Enkel

  • Hans Heinrich von Bodenhausen-Degener (1839–1912),
  • Hans Eberhard Freiherr von Bodenhausen-Degener (? – ?) und
  • Hans Wilke Freiherr von Bodenhausen-Degener (? – ?).

Nachkommen zeugte alle drei. Interessant ist aber vor allem Hans Eberhards Sohn (Erbe #2) Hans Wilke von Bodenhausen-Degener (1901-1937). Dieser verwaltete den Landschaftspark Degenershausen in vierter Generation. Alt wurde Hans Wilke zwar nicht, dennoch war der gute Mann viel auf Reisen. Dabei begeisterte sich HW immer mehr für englische Parkanlagen. Besonders vom Kew Gardens war HW fasziniert. Also holte er dessen Architekten nach Degenershausen und ließ von diesem den Landschaftspark umgestalten. Viele der neu angepflanzten Gehölze hatte Hans Wilke von seinen Reisen aus Afrika, Nord- sowie Südamerika selbst mitgebracht.

Landschaftspark Degenershausen: 175 Gewächse

Der heutige Park dürfte jedenfalls vor allem auf Hans Wilke zurückgehen. Zwar wurde der Park mehrmals umgestaltet, die jetzige Form besteht aber seit 1924. Auf 12 ha findet ihr 175 Arten und Gattungen einheimischer ebenso wie ausländischer Gehölze. Zu erwähnen sind vor allem eine rund 150-jährige Rosskastanie (#3), ein Tulpenbaum (#4) oder eine Gurkenmagnolie (#5). Ein Schautafel auf dem Parkplatz verrät euch, wo welcher Baum steht. Ein 1914 angelegter Botanischer Garten ist heute ein 1.200 m² großer Stauden- und Schaugarten. Im Frühjahr begeistert euch die Parkanlage zudem mit tausenden Krokussen und Narzissen. Ansonsten findet ihr im Landschaftspark Degenershausen vor allem Ruhe und Entspannung. Durch den Weg führen ein paar Wege mit 2,8 km Länge, die auch für Rollstuhlfahrer taugen.

Die Familie enteignete man übrigens nach dem Zweiten Weltkrieg. Danach fand das Herrenhaus vielfach Verwendung. Zuerst dient es Heimatvertriebenen. Dann als Erholungsheim, Kinderheim und ab 1953 Schule. Nach 1972 stand das Haus dann leer und zerfiel, bis trotz Denkmalschutz der Abriss erfolgte. Auch von den früheren Wirtschaftsgebäuden ist allein eine Scheune erhalten, die heute als Besucherzentrum dient. Der Park selbst verwilderte zu DDR-Zeiten. Erst 1993 sanierte man die Anlage. Außerdem baute man den Obelisken wieder auf. Wie schon beim ersten Monument erinnert eine Inschrift an den Gründer des Parks…

Dem Stifter des Fideikommisses
Degenershausen und Rüben
Herrn-Amtsrath
Johann Christian Degener
geboren zu Braunschweig
den 26. September 1774
gestorben zu Leipzig
den 22. November 1854

Im Jahr 2000 übernahm schließlich ein Förderverein die Verwaltung.

Mehr Infos zum Park findet ihr auf www.landschaftspark-degenershausen.de!

Wandern zur HWN Stempelstelle 202

Direkt am Landschaftspark Degenershausen findet ihr übrigens einen (kostenpflichtigen) Parkplatz. Der Eintritt in den Park ist dagegen kostenlos, der Verein bittet lediglich um eine kleine Spende. Die Stempelstelle 202 ist schließlich „hinten“ am Teich installiert. In dessen Nähe liegt zudem die Familiengrabanlage der von Bodenhausen-Degener. Diese entstand 1918 (anderen Angaben zufolge 1920) nach den Plänen des Architekten und Schriftstellers Rudolf Alexander Schröder.

Starten könnt ihr eine Tour zum Landschaftspark Degenershausen bzw. zur Stempelstelle 202 von…

  • Meisdorf, Parkplatz an der Allee (3,0 km)
  • Pansfelde (4,6 km)
  • Parkplatz Gartenhaus* (2,1 km)
  • Parkplatz Landschaftspark* (0,4 km)
  • Wieserode (2,1 km)

* kostenpflichtig, ohne Sternchen kostenlos

Nahe Stempel ab der Harzer Wandernadel 202

Mehr oder weniger nahe findet ihr natürlich weitere Stempelstellen. Und zwar…

Weitere Ziele ab der Stempelstelle 202

Außerdem locken noch andere schöne Wanderziele. Zum Beispiel…

  • Ackeburg (6,4 km)
  • Alte Ziegelei (2,1 km)
  • Alter Falkenstein (5,9 km)
  • Burgruine Arnstein (13,3 km)
  • Schloss Meisdorf (3,4 km)

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