Rosstrappe – Harzer Wandernadel 71

Die Rosstrappe bei Thale (Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt) gehört zu den Harzklippen und ist vor allem für drei Dinge bekannt. Erstens für ihre fantastische Aussicht auf das ebenso fantastische Bodetal. Zweitens für die Sage der Prinzessin Brunhilde und des Ritters Bodo. Drittens als Stempelstelle 71 der Harzer Wandernadel.

Die Rosstrappe gehört jedenfalls zum Rosstrappenberg. Das Massiv besteht typisch Harz aus Granit und ist bis zu 439 m hoch. Die „Trappe“ selbst bringt es auf 403 m ü. NN. Gegenüber liegt der sagenumwobene Hexentanzplatz (454 m ü. NN), tief darunter tost die Bode durch das urige Bodetal. Dessen Felswände ragen mitunter bis zu 250 m in die Höhe. Dennoch macht sich die hier recht wilde Bode – dank der engen Schlucht sowie eines kleinen Wasserfalls im Bodekessel – recht lautstark auf der Rosstrappe bemerkbar.

Rosstrappe, Bodetal und Hexentanzplatz

Kein Wunder: Das beeindruckende Bodetal wird hier auf der einen Seite vom Hexentanzplatz, auf der anderen Seite vom Rosstrappenberg eingeengt. Entsprechend urig und beliebt ist die Schlucht bei Wanderern. Tatsächlich war das Massiv schon in grauen Vorzeiten „beliebt“. Bereits vor rund 5.000 Jahren nahm den Rosstrappenberg die Winzenburg ein. Diese war keine romantische Ritterburg, sondern eine Fliehburg. Geschützt war die 25 Hektar große Anlage von 500 m langen Wällen, die aus Felsblöcken und Erde bestanden. Funde und Gräber bestätigen die Nutzung der Burg von der Jungsteinzeit bis hinein ins Mittelalter.

Koordinaten Rosstrappe
Stempelstelle Harzer Wandernadel 71
WGS84: 51° 44′ 14.06″ N, 11° 1′ 7.14″ E
51.73724°, 11.01865°
UTM: 32U 639385 5733742
Geo URI: geo:51.73724,11.01865

Gastronomische Einrichtungen gibt es auf dem Rosstrappenberg dagegen erst seit 1819. Rund 40 Jahre später, konkret 1860, folgte mit dem Winzenburgturm ein Aussichtsturm. Dieser steht bis heute, ist allerdings nicht mehr zugänglich. Dafür ist der Berg mittlerweile deutlich leichter zu erklimmen, nämlich seit 1980 mit dem Sessellift. Die erste Version war noch als Einsitzer ausgeführt, 2005 folgte als Neubau ein Doppelsitzer. Parallel reduzierte man zur gleichen Zeit die Stützen von 13 auf acht, die Seilstärke erhöhte man hingegen von 28 auf 32 mm. Außerdem verlegte man die Talstation von 209 auf 177 m, womit wieder die Länge des Lifts von 559 auf 668 m wuchs. Die Bergstation auf dem Rosstrappenberg liegt übrigens auf einer Höhe von 421 m.

Brunhilde & Bodo: Die Sage der Rosstrappe

Berühmt ist die Trappe aber vor allem für ihre Sage. Denn der Name geht auf eine Prinzessin zurück: Brunhilde. Diese gehörte dem Volk der Riesen ab, das den Harz und überhaupt die Welt in grauer Vorzeit bevölkerte. Brunhilde war eine absolute Schönheit, in die alle Männer vernarrt waren. Einer dieser Männer war Bodo, bei manchen als Raubritter verschrien, von anderen als böhmischer König geehrt. Brunhilde wollte jedenfalls von Bodo nichts wissen und floh irgendwann vor dessen immer heftigeren Werben. Die Hatz ging quer durch den Harz. Am Hexentanzplatz war Bodo der Prinzessin dicht auf den Fersen. In wilder Verzweiflung hetzte diese daher ihren Schimmel über die Schlucht.

Der Sprung gelang, auch wenn Brunhilde bei diesem ihre Krone aus purem Gold verlor. Dennoch: Ihr tapferes Ross erreichte den Fels. Der Aufprall war allerdings so heftig, dass das Pferd einen tiefen Hufabdruck in das harte Gestein stampfte. Bodo hingegen war in seiner Rüstung zu schwer – samt Pferd stürzte er ab. So kamen Trappe und Fluss zu ihren Namen. Den Fels nannte man fortan Rosstrappe, den wilden Fluss Bode. Apropos: Den Ritter traf für seine Jagd auf Brunhilde ein böser Fluch. Verwandelt in einen schwarzen Hund muss Bodo seither die Krone der Prinzessin bewachen. Dennoch versuchten schon einige Mutige, diese aus dem „Kronensumpf“ zu bergen. Doch ist diese zu schwer und kaum an der Oberfläche, versinkt die Krone wieder in der wilden Bode. Wer dieses Zeichen zwei Mal missachtet, den reißt Bodo beim dritten Versuch ohne Erbarmen in die Tiefe.

Wandern zur HWN Stempelstelle 71

Ein Besuch der Rosstrappe lohnt jedenfalls. Zumal ihr wie schon erwähnt einen Stempel der Harzer Wandernadel ergattern könnt. Die Stempelstelle 71 findet ihr schon recht weit „vorn“ am (seit 2010 gesperrten) Abzweig Schurre neben einer Infotafel. Die weiteren Meter lohnen aber auf jeden Fall. Von der Rosstrappe schaut ihr tief hinab ins Bodetal, ins Harzvorland, zur „Steinernen Kirche“ (der Fels mit dem Kreuz) oder hinüber zum Hexentanzplatz.

Stempler aufgepasst: Die Stempelstelle 71 Rosstrappe gilt auch für das Sonderabzeichen „Goethe im Harz“.

Rosstrappe heißt übrigens allein der vordere Felsen mit dem Hufabdruck. Andere Felsen des Rosstrappenbergs haben ebenfalls ihre eigene Namen. Zum Beispiel Rassmannskopf (auch Rassmannshöhe), Olbergshöhe, Sophienhöhe (auch Sophiensicht) oder Eckardshöhe.

Erreichen könnt ihr die Stempelstelle 71 schließlich von:

  • Parkplatz Rosstrappe (0,8 km)
  • Thale / Parkplatz „An der Hütte“ (5,1 km)
  • Treseburg / Parkplatz am Kreisel (6,9 km)
  • Wienrode / Friedhof (6,6 km)

Nahe Stempel ab der Harzer Wandernadel 71

Davon ab locken euch ab der Stempelstelle 71 noch einige weitere Stempel der HWN. Zum Beispiel:

Weitere Ziele ab der Stempelstelle Rosstrappe

Selbst ohne Stempel findet ihr ab der Harzer Wandernadel 71 noch einige lohnenswerte Ziele in der Umgebung. Und zwar diese hier:

  • Bodekessel (3,5 km)
  • DDR-Museum Thale (4,8 km)
  • Harzer Bergtheater Thale / Hexentanzplatz (4,5 km)
  • Homburgswarte / Hexentanzplatz (4,4 km)
  • Hüttenmuseum Thale (3,2 km)
  • Kloster Wendhusen (6,2 km)
  • Tierpark Hexentanzplatz (4,2 km)
  • Walpurgishalle / Hexentanzplatz (4,8 km)

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