Ruine Königsburg – Harzer Wandernadel 41

Die Ruine Königsburg ist eine frühere Höhenburg bei Königshütte (Stadt Oberharz am Brocken) im Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt. Dank ihrer Lage auf 460 m ü. NN bietet die Burg eine weite Aussicht auf den Harz, vor allem auf Brocken sowie Wurmberg. Neben der Historie sicher einer der Gründe, warum die Burg im System der Harzer Wandernadel als Stempelstelle 41 vermerkt ist. Quasi unter der Burg vereinigen sich zudem Kalte und Warme Bode zur Bode, die wenig später die Talsperre Königshütte aufstaut und kurz darauf wieder die Rappbodesperre.

Ruine Königsburg Harzer Wandernadel Stempelstelle 41

Im Dunkel der Geschichte taucht die Burg laut Wikipedia erstmals 1312 als „castrum Koningeshof“ (Königshof) auf. Im besagten Jahr kaufte Albrecht I. von Anhalt, Bischof von Halberstadt, die Burg einem Heinrich von Botvelde ab. Der richtige Name der Burg dürfte daher wohl „Königshof“ sein. Zumal die Burg 1324 erneut Erwähnung findet, als „castrum Königshof acqisivit“. Der Zusatz heißt im englischen (acquisitive) „erwerbsfähig“, womit die Burg zu jener Zeit eventuell zum Verkauf stand. Anschließend verschwindet die Burg wieder im Dunkel der Jahrhunderte. Erst 1709 gibt es eine neue Erwähnung, dieses Mal als Königsburg – sowie als Ruine. Tatsächlich war die Burg wohl schon zum Anfang des 16. Jh. nicht mehr bewohnt. Anno 1551 diente sie als Steinbruch und somit als Baumaterial für neue Gebäude wohl in Königshütte.

Geschichte: Wer hat die Burg Königshof gebaut?

Die Erbauer der Burg sind nicht bekannt. Historiker vermuten jedoch die Grafen von Regenstein, was durchaus nahe liegt. Zum einen waren die Regensteiner an den nahen Gruben (Bergwerke) beteiligt. Zum anderen übertrug laut der hiesigen Infotafel Heinrich V. von Blankenburg 1313 die Lehnsgüter eines gewissen Ritters Henke von Bothfeld ebenfalls an Albrecht. Interessant hierbei: Die Grafen von Blankenburg waren eine Nebenlinie der Regensteiner Grafen (Regenstein-Blankenburg). Die Königsburg dürfte wohl zu diesem Lehen gehört haben. Denn Henke ist eine Kurzform von Heinrich (oder Johannes), womit Henke von Bothfeld und Heinrich von Bothvelde wohl die gleiche Person sein dürften. Entsprechend verkaufte Heinrich/Henke 1312 erst seine Burg und verlor 1313 aus welchen Gründen auch immer – zum Beispiel bei seinem Tod ohne Erben – das restliche Lehen. Dem Bischof passte die Königsburg jedenfalls gut ins Revier, markierte die nahe Bode doch die Grenze seines Bistums.

Die Infotafel nennt übrigens Albrecht II. von Braunschweig-Lüneburg als Käufer der Burg. Dann aber fand der Kauf lange nach 1312 statt, da Albrecht II. erst 1325 das Amt des Bischofs von Halberstadt antrat. In dem Fall hätte der Graf von Blankenburg das Lehen zuvor an Albrecht I. übergeben, während Albrecht II. die Burg dann später gekauft hätte. Anno 1361 soll der Bischof die Burg schließlich verpfändet haben. Laut Wikipedia war Albrecht II. aber schon 1358 verstorben.

Die Ruine Königsburg ist nicht die Pfalz Bodfeld

Der Harzort Königshütte wirbt übrigens gern damit, dass die Ruine Königsburg die einstige Pfalz Bodfeld ist. Diese These geht auf Paul Höfer zurück, der dies aufgrund seine Ausgrabungen zwischen 1898 bis 1901 annahm. Carl Schuchhardt widerlegte diese Annahme jedoch 1931 – nach einer ersten Bejahung -, was 1933 wiederum Paul Grimm bestätigte. Denn Höfers Fundstücke waren nur bis ins 13. Jahrhundert zu datieren, was für die Jagdpfalz zu jung wäre. Laut Urkunden weilten in der Pfalz zum Beispiel Heinrich I. (935), Otto I. (936), Otto II. und Otto III (991 und 995), Konrad II. und Heinrich III. Letzter starb 1056 nach einer Krankheit sogar in Bodfeld, weswegen sein Sohn Heinrich IV. in Bodfeld zum neuen König ausgerufen wurde. Fazit: Die Ruine Königsburg bzw. damals Burg Königshof kann nicht die Jagdpfalz Bodfeld sein.

Nach heutiger Forschung lag die Pfalz Bodfeld eher nahe der Ferienhaussiedlung Eggeröder Brunnen zwischen Elbingerode und Blankenburg (Michaelstein). Möglich allerdings, dass die Erbauer der Ruine Königsburg Reste der Jagdpfalz als Baumaterial nutzten. Der Name der Burg – „Königshof“ bzw. „Königsburg“ – könnte als Hinweis auf die frühere Königspfalz gemeint sein.

Wandern zur Königsburg & Stempelstelle 41

Heute sind von der einstigen Burg noch Wälle, Gräben, Grundmauern sowie Reste des Bergfrieds übrig, der sich mit den Bäumen um den Himmel streitet. Ein kleiner Wanderparkplatz findet sich unterhalb der Burg direkt an der Straße am Ortsausgang Königshütte Richtung Tanne. Eine Brücke führt über die Warme Bode, danach ein schmaler Pfad in einer Serpentine hinauf zur Burg sowie der Stempelstelle 41. Alternativ (und bequemer) ist der Weg, der von der Brücke aus links um die Königshütter Vorsperre führt. Nur gut 100 oder 200 Meter weiter zweigt rechts ein Pfad hinauf zur Königsburg ab, der nicht ganz so steil wie der vordere Pfad ist. Eine weitere Alternative führt ab der Brücke nach rechts und wenig später in einem Pfad wieder links zur Burg hinauf. Die Stempelstelle 41 samt einer Infotafel ist gleich neben dem alten Bergfried installiert.

Koordinaten Name: Ruine Königsburg
Stempelstelle Harzer Wandernadel 41
WGS84: 51° 44′ 18.28″ N, 10° 46′ 1.88″ E
51.73841°, 10.76719°
UTM: 32U 622020 5733422
Geo URI: geo:51.73841,10.76719

Wanderrouten zur Harzer Wandernadel 41

  • Elbingerode (5,3 km)
  • Elend (6,7 km)
  • Königshütte, Wanderparkplatz Ortsausgang Tanne (0,4 km)
  • Rübeland, Parkplatz am Freibad (8,5 km)
  • Tanne (6,7 km)
  • Trautenstein, Wanderparkplatz Vorsperre (6,8 km)
  • Sorge (8,6 km)

Nahe Stempelstellen ab der Ruine Königsburg

Weitere nahe Stempelstellen ab der Harzer Wandernadel 41 bzw. der Ruine Königsburg…

Weitere Wanderziele ab der Stempelstelle 41

Ab der Stempelstelle und Harzer Wandernadel 41 bieten sich einige weitere Ziele an. Vor allem die beiden Rabenklippen. Die Kleine Rabenklippe bietet eine tolle Aussicht auf den Brocken, die Große Rabenklippe wiederum auf den „Fjord des Harzes“ – die Rappbodetalsperre.

  • Kleine Rabenklippe (7,9 km)
  • Kleine Trogfurter Brücke (5,8 km)
  • Große Rabenklippe (8,6 km)
  • Susenburg (4,1 km)
  • St. Andreaskirche (2,2 km)
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