Eckertalsperre – Harzer Wandernadel 1

Die Eckertalsperre ist ein Stausee nahe Bad Harzburg. Dieser liegt sowohl in Niedersachsen wie auch in Sachsen-Anhalt. Das war durchaus mal ein kleines Problem. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg verlief die innerdeutsche Grenze mitten durch den Stausee. Eine Seite war BRD, die während die andere quasi DDR war. Selbst die Staumauer war entsprechend in Ost und West geteilt. Wohl gerade deswegen ist die Sperre heute als Stempelstelle 1 in die Harzer Wandernadel integriert.

Mit über 559 m ü. NN (Krone) gilt die Eckertalsperre jedenfalls als höchstgelegene Sperre im Harz. Gleichzeitig aber auch als kleinste. Denn die Staumauer ist lediglich 57 Meter hoch. Dafür ganze 235 Meter lang. Gebaut wurde die Sperre – auch Eckerstausee – 1939 bis 1942. Gespeist wird der See mit rund 68 Hektar Oberfläche durch die Ecker. Genutzt wird die Sperre zur Trinkwasserversorgung, Gewinnung von Energie sowie zum Schutz vor Hochwasser. Fischzucht wird dagegen keine betrieben. Das Wasser ist mit einem pH-Wert von 4,6 recht „sauer“.

Daten Eckertalsperre und Eckerstausee

  • Bauzeit: 1939 – 1942
  • Talsohle Höhe: 57 m
  • Gründungssohle Höhe: 65 m
  • Höhe Krone: 559,00 m ü. NN
  • Länge Krone: 235 m
  • Breite Krone: 2,2 m
  • Bauwerksvolumen: 168.000 m³
  • Leistung Kraftwerk: 250 kW
  • Höhenlage bei Stauziel: 557,95 m
  • Wasseroberfläche: 68 ha
  • Länge Stausee: ca. 2 km
  • Speicherraum: 13,27 Mio. m³

Eckertalsperre: Geteiltes Land, geteilte Sperre

Die Eckertalsperre folgte übrigens der Sösetalsperre (Osterrode am Harz) und der Odertalsperre (Bad Lauterberg). Von Anfang an war die Sperre für den Hochwasserschutz sowie zur Wasserversorgung der wachsenden Bevölkerung gedacht. Da die Staumauer im Zweiten Weltkrieg gebaut wurde, kamen auch ausländische Arbeiter und Kriegsgefangene zum Einsatz. Nach dem Krieg verlief plötzlich die Grenze durch den Stausee. Auch die Staumauer war entsprechend zweigeteilt. Außerdem auf der Ostseite mit Stacheldraht bewehrt. Die alte DDR Grenzsäule mitten auf der Staumauer erinnert bis heute an die frühere Grenze.

Unterhalb der Gewichtsstaumauer wurde zudem ein Wasserkraftwerk integriert. Dieses erzeugt zwischen 120 und 250 Kilowatt bzw. im besten Fall 900.000 kWh pro Jahr. Aufgrund der Trinkwassernutzung ist baden übrigens verboten. Wassersport ist ebenfalls untersagt. Zu erreichen ist der Stausee allerdings nur zu Fuß. Daher ist die Sperre – trotz Verbote – ein beliebtes Wanderziel. Zumal über den Staudamm der 26 km lange Teufelsstieg von Bad Harzburg zum Brocken hinauf führt. Seit 2014 ist der Stieg bis nach Elend verlängert. Entsprechend wird der Stausee als Harzer Wandernadel 1 geführt. Sicher auch zur Erinnerung an den einstigen Todesstreifen.

Koordinaten Eckertalsperre
Stempelstelle Harzer Wandernadel 1
WGS84: 51° 50′ 29.94″ N, 10° 34′ 47.93″ E
51.84165°, 10.57998°
UTM: 32U 608846 5744606

Wandern zur HWN Stempelstelle 1

Erreichbar ist die Stempelstelle 1 wie gesagt allein zu Fuß. Als Start für eine Tour zur Harzer Wandernadel 1 bieten sich folgende Orte an:

  • Bad Harzburg (6,9 km)
  • Braunlage (15,7 km)
  • Brocken (7,0 km)
  • Elend (15,8 km)
  • Oderbrück (9,4 km)
  • Schierke (12,7 km)
  • Torfhaus (6,6 km)

Nahe Stempel ab der Harzer Wandernadel 1

Es ist zudem clever, die Harzer Wandernadel 1 mit nahen Stempelstellen zu verbinden. So könnte beispielsweise eine Tour am Torfhaus starten. Über Skidenkmal (HWN 19), Staumauer (HWN 1) und Scharfenstein (HWN 2) geht es dann hinauf zum Brocken (HWN 9). Anschließend über Goetheweg und Eckersprung (HWN 136) zurück zum Torfhaus. Damit wären fünf neue Stempel im Pass.

  • #002 Scharfenstein Rangerstation (2,9 km)
  • #003 Am Kruzifix (2,6 km)
  • #004 Taubenklippe (5,8 km)
  • #006 Bremer Hütte (6,7 km)
  • #008 Stempelsbuche (5,4 km)
  • #009 Brockenhaus (6,9 km)
  • #011 Eckerloch (9,4 km)
  • #019 Skidenkmal (3,5 km)
  • #022 Gelber Brink (9,1 km)
  • #121 Säperstelle (5,9 km)
  • #122 Kreuz des deutschen Ostens (7,2 km)
  • #133 Förster-Ludwig-Platz (12,1 km)
  • #135 Wolfswarte (10,9 km)
  • #136 Eckersprung – Grünes Band (7,6 km)
  • #168 Dreieckiger Pfahl (8,6 km)
  • #169 Molkenhaus (2,9 km)
  • #170 Rabenklippe (5,5 km)
  • #221 Jungfernklippe (8,1 km)

Weitere Ziele ab der Stempelstelle 1

  • Brocken (7,0 km)
  • Großer Gierskopf (2,7 km)
  • Kleiner Brocken (5,6 km)
  • Muxklippe (2,0 km)
  • Oderteich (10,4 km)
  • Radauwasserfall (3,5 km)
  • Rudolfklippe (3,4 km)
  • Wildbeobachtungsstation Molkenhaus (3,0 km)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

HWG auf YouTube
Unsere letzten Tweets…