Paternosterklippe – Harzklippe bei Ilsenburg

Die Paternosterklippe ist eine Klippe nahe Ilsenburg im Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt). Der Fels gehört zu den Harzklippen. Wie die meisten dieser Klippen besteht die Paternosterklippe aus Granit. Und zwar aus Ilsetal-Granit. Ebenfalls typisch Harz ist die Wollsackverwitterung.

Die Klippe selbst liegt übrigens auf 522 m ü. NN. Somit rund 160 m über der Ilse. Ungefähr dort, wo die Loddenke in die Ilse mündet. Außerdem liegt die Paternosterklippe direkt am Wanderweg Ilsestein und Plessenburg. Ausgewiesen als Geotop (geologisches Naturdenkmal) befindet sich die Klippe zudem schon im Nationalpark Harz. Dessen Grenze verläuft nur wenige Meter östlich des Weges.

Paternosterklippe Harzklippe bei Ilsenburg

Die Klippe jedenfalls bietet bei guter Sicht einen schönen Blick auf den Brocken (in Südsüdwest). Sowie natürlich auf das weit unten liegende Ilsetal und den Hochharz. Doch Obacht: Der Fels auf dem Bild ist lediglich ein Teil der Klippe. Weiter rechts findet sich quasi der zweite Teil. Dieser ist größer und höher. Klettern ist jedoch keine gute Idee. Es geht senkrecht in die Tiefe hinab.

Vaterunser: Die Sage der Paternosterklippe

Doch woher stammt der Name Paternosterklippe? Nun, vom Paternoster. Das ist Latein und steht für das Gebet Vaterunser. Gründe für diesen Namen gibt wohl gleich zwei. Erstens ist mit etwas Fanatsie in dem Fels die Gestalt eines im Gebet vertieften Mönches zu sehen. Zweitens rankt um die Paternosterklippe eine fast schon schaurige Sage. Vor vielen Jahrhunderten plünderten Raubritter das nahe Kloster Drübeck. Einige der Nonnen konnten sich jedoch retten. Und zwar zur alten Ilsenburg, in der zu jener Zeit ein Mönch hauste.

Doch die Raubritter machten den Nonnen hinterher. Zusammen mit dem Mönch flohen die Nonnen erneut. Weit kamen sie allerdings nicht. Schon am Ilsestein wurden die Nonnen und der Mönch gestellt. Sie schafften es noch bis zur nahen Klippe. Hier beteten sie ein letztes Vaterunser. Oder eben ein Paternoster. Danach sprangen die Nonnen und der Mönch in den Abgrund. Und damit in den Tod.

Paternosterklippe Harzklippe bei Ilsenburg

Damals soll die Klippe übrigens deutlich größer gewesen sein als heute. Nach dem Freitod der Nonnen und des Mönchs ist die Klippe dann geschrumpft. Bis eben der Fels an einen betenden Mönch erinnerte. So lautet jedenfalls die Sage der Paternosterklippe.

Wandern zur Paternosterklippe im Harz

Zu erwandern ist die Klippe wie schon gesagt am einfachsten von Ilsenburg. Im Ilsetal findet sich ein kleiner Wanderparkplatz. Von diesem ist der Straße bzw. dem Heinrich-Heine-Weg bis kurz vor dem Waldhotel Ilsenburg zu folgen. Ein kleines Stück vor dem Hotel führt links ein Weg hinein (und hinauf) in den Wald. Der Weg ist mit einem blauen Kreuz markiert. Gut einen Kilometer später mündet dieser Weg an einer Schutzhütte in einen anderen Weg. Hier geht es rechts weiter. Nun einem grünen Kreuz sowie einem roten Kreis nach. Bzw. Richtung Ilsestein, Weg 22A.

Koordinaten Paternosterklippe
WGS84: 51° 50′ 31.7″ N, 10° 39′ 26.8″ E
51.842139°, 10.657444°
UTM: 32U 614181 5744779
Geo URI: geo:51.842139;10.657444

Eine andere Idee wäre eine Tour ab der Plessenburg. Diese ist bequem per Bus (Linie 288) ab Ilsenburg, Wernigerode sowie Drei Annen Hohne zu erreichen. Die Bushaltestelle liegt an einer „großen Kreuzung“ im Wald. Zur Paternosterklippe geht es wieder den Weg 22A (roter Kreis, grünes Kreuz) entlang.

  • Ilsenburg Wanderparkplatz Ilsetal (3,6 km)
  • Darlingerode (6,5 km)
  • Drübeck Parkplatz Kloster (6,0 km)
  • Plessenburg Bushaltestelle (1,4 km)
  • Wernigerode HSB Bahnhof Steinerne Renne (7,8 km)

Nahe Stempel der Harzer Wandernadel

Übrigens lohnt es, eine Tour zur Paternosterklippe mit ein paar anderen schönen Orten zu verbinden. Sowie natürlich mit nahen Stempelstellen der Harzer Wandernadel. Stempeljäger könnten zum Beispiel ab Ilsenburg auf dem Heinrich-Heine-Weg bis zur Bremer Hütte gen Brocken wandern. Hier lockt mit der #006 der erste Stempel der HWN. Weiter geht es zum Ferdinandsstein (#016) sowie zur Plessenburg (HWN #007). Ab hier ist es nur noch ein kurzes Stück zur Paternosterklippe. Und schließlich zum Ilsestein bzw. die HWN #030. Danach zurück nach Ilsenburg.

Weitere Ziele ab der Paternosterklippe

  • Brockenkinder (7,9 km)
  • Hohnekamm (9,3 km)
  • Ilsefälle (9,3 km)
  • Kapelle (7,8 km)
  • Kleine Zeterklippe (6,3 km)
  • Kleiner Brocken (9,0 km)
  • Kloster Drübeck (6,0 km)
  • Kloster Ilsenburg (3,9 km)
  • Renneklippen (5,6 km)
  • Sonnenklippen (4,8 km)
  • Weiße Steine (3,6 km)

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