Wüstung Selkenfelde – Stempelstelle 55

Die Wüstung Selkenfelde liegt zwischen Stiege und Friedrichshöhe linksseitig der Selke. Wegen ihrer interessanten Geschichte führt die Harzer Wandernadel diese als Stempelstelle 55.

Konkret findet ihr den längst vergessenen Ort südöstlich von Stiege und nordwestlich von Friedrichshöhe (Güntersberge) bzw. dem Albrechtshaus. Damit im Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt. Außerdem zwischen der Selke und der B242 (Harzhochstraße). Nur ein paar Hundert Meter westlich sprudelt die Selke übrigens aus der Erde. Geographisch gehört der Ort mit 495 m ü. NN zum Unterharz. Politisch wiederum zu Stiege bzw. der Stadt Oberharz am Brocken.

Die Wüstung Selkenfelde & Kaiser Otto

Aus dem Dunkel der Geschichte taucht Selkenfelde erstmals in zwei Urkunden von Kaiser Otto I. auf. In diesen übereignete Otto (sowie sein Sohn und Mitkönig Otto II.) anno 961 den kleinen Ort dem Stift Quedlinburg. Genannt wird in den Urkunden der Königshof (curtis) Quitelingen sowie einige dazugehörige Dörfern. Darunter: der Jagdhof Silicanvelth. Tatsächlich war der Jagdhof wohl ein Dorf, taucht in den Urkunden doch das Wort „villa“ (= Dorf) auf.

Koordinaten Wüstung Selkenfelde
Stempelstelle 55
WGS84: 51° 39′ 1.58″ N, 10° 55′ 7.9″ E
51.65044°, 10.91886°
UTM: 32U 632749 5723904
Geo URI: geo:51.65044,10.91886

Im Jahre 1203 belehnte schließlich Kaiser Otto IV. den Grafen Siegfried von Blankenburg für dessen Waffenhilfe mit Stiege. Samt Selkenfelde. Im Güteverzeichnis des Grafen taucht auch tatsächlich der Vermerk „villa que dicitur Selekenvelde“ auf. Und zwar 1209 wie auch 1227. Einen eigenen Dorfpfarrer gab es wohl bis zum Ende des 14. Jahrhundert. Danach verschwindet der Ort im Dunkel der Geschichte. Urkundliche Erwähnungen finden sich seit dem 15. Jh. keine mehr. Es dürfte also wahrscheinlich sein, dass Selkenfelde ab 1500 wüst (verlassen) war.

Jagdhof Silicanvelth: Ursprung im 8 Jh.?

Laut einer Legende entstand der Jagdhof Silicanvelth übrigens schon im 8. Jh. Gründer war angeblich niemand Geringerer als Karl der Große. Lange vor dem Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) war die Wüstung Selkenfelde jedenfalls zerstört. Dennoch war die Gegend auch später noch interessant. Nordöstlich errichteten die Preußen hier im Siebenjährigen Krieg (1756 – 1763) anno 1760 die „Selkenfelder Schanze“. Bei dieser handelte es sich um eine Verteidigungsanlage, die man 2013 restaurierte. Folgt einfach dem Wegweiser gen Kanonenplatz.

Die Wüstung Selkenfelde sollte jedenfalls erst wieder zum Ende des 19. Jh. auftauchen. Von 1885 bis 1887 grub H. Brinkmann die kleine Selkirche aus. Zumindest die Reste der Fundamente, die ihr heute sehen könnt. Ebenfalls zu sehen sind Hohlwegspuren, welche den früheren Ort mit der „Hohen Straße“ zwischen Güntersberge und Stiege verband. Für die Harzer Wandernadel sind diese Grund genug, die Wüstung als Stempelstelle 55 zu ehren.

Wandern zur HWN Stempelstelle 55

Wie ihr zur Stempelstelle 55 kommt? Das ist nicht schwer. Zum einen ist der Selketalstieg – ebenso wie die Selketalbahn – nur 300 m entfernt. Ebenfalls „ums Eck“ ist die Haltestelle „Albrechtshaus“ der HSB. Von hier müsst ihr knapp 1.000 m gehen.

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Starten könnt ihr eine Tour zur Stempelstelle 55 jedenfalls von:

  • Güntersberge, Parkplatz am Bergsee (4,4 km)
  • Hasselfelde, Wanderparkplatz Vorsperre (9,6 km)
  • Friedrichshöhe, Parkplatz Albrechtshaus B242 (1,0 km)
  • Stiege, Parkplatz Lange Straße – Bahnhof HSB (4,0 km)
  • Stemberghaus (11,5 km)

* kostenpflichtig, ohne Sternchen kostenlos

Nahe Stempel ab der Wüstung Selkenfelde

Nahe Stempelstellen findet ihr – für Harzer Verhältnisse – nahe der Wüstung übrigens nur wenige. Und selbst diese sind teilweise ein gutes Stück entfernt. Und zwar:

Weitere Ziele ab der Stempelstelle 55

Dafür lohnen ein paar andere Ziele, speziell der „Kanonenplatz“. Nahe wären:

  • Albrechtshaus (1,5 km)
  • Forsthaus Birkenmoor (8,2 km)
  • Ruine Güntersburg (5,4 km)
  • Kanonenplatz / Alte Schanze (1,2 km)

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