Eckerloch – Harzer Wandernadel 11

Das Eckerloch ist eine kleine Talmulde auf 845 m ü. NN nahe Schierke im Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt). Bekannt ist jene Talmulde vor allem als Namensgeber für den Eckerlochstieg. Entsprechend ist der Ort als Stempelstelle 11 der Harzer Wandernadel vermerkt.

Der Stieg jedenfalls beginnt in Schierke und führt über das Eckerloch hinauf zum Brocken. Mit rund sechs Kilometern gilt der Weg „Brocken über Eckerloch“ als kürzester Wanderweg zum Blocksberg. Trotzdem erfordert der Eckerlochstieg wegen seiner rund 550 Höhenmeter eine gewisse Fitness. Außerdem die richtige Ausrüstung. Denn der Stieg führt sprichwörtlich über Stock und Stein. Gescheite Wanderschuhe sind somit ein Muss.

Wer jedenfalls den Eckerlochstieg zum Brocken wandert, hat mit Eckerloch gut zwei Drittel des Wegs geschafft. Die Harzer Wandernadel 11 lohnt daher für eine kurze Rast. Zumal neben einer Schutzhütte auch ein Rastplatz vorhanden ist. Die Talmulde liegt übrigens nordwestlich von Schierke und südlich vom Brocken. Mitten durch fließt der Bach „Schwarzes Schluftwasser“. Nach diesem wurde das unterhalb liegende „Tal des Schwarzen Schluftwassers“ benannt. Am Eckerloch zweigt gen Osten zudem der Bahnparallelweg ab. Dieser verläuft parallel zu den Gleisen der HSB bzw. der Brockenbahn zurück nach Schierke.

Eckerloch hat nichts mit der Ecker gemein

Mit der Ecker hat die Talmulde und heutige Harzer Wandernadel 11 übrigens nichts gemein. Das Flüsschen entspricht einige Kilometer weiter westlich am sogenannten Eckersprung (HWN 136). Wahrscheinlich geht der Name Eckerloch auf die früher hier wachsenden Buchen und deren Bucheckern zurück.

Einst ging es im Eckerloch sogar recht sportlich zuging. Denn in den 1920ern gaben die Schierker ihre Südhangschanze am Erdbeerkopf auf. 1923 wurde daher im Eckerloch eine neue Skisprungschanze gebaut. Deren Eröffnung feierte man schließlich 1927. Damals gehörte die hölzerne Schanze aufgrund ihrer Schattenlage zu den schneesichersten Anlagen in ganz Deutschland. 1949 wurde die Eckerlochschanze saniert. Anschließend fanden auf der Schanze 1950 die DDR Meisterschaften im Skispringen statt. Gleichzeitig wurde die Eckerlochschanze in „Schanze der Einheit“ umbenannt.

An der nahen Brockenbahn wurde außerdem der temporäre Bahnhof Eckerloch gebaut. Doch die Schanze sollte nicht lange bestehen. 1961 wurde diese aufgegeben, nachdem die damalige DDR das Gebiet zum Grenzsperrgebiet erklärte. Danach verfiel die Eckerlochschanze. In den 1970ern wurde der Rest schließlich abgerissen. Erhalten blieb jedoch die breite Schneise, die noch heute den Wald am Eckerloch durchzieht.

Über den Eckerlochstieg zum Brocken

Die Wanderung zum Brocken über das Eckerloch dürfte jedenfalls der Klassiker schlechthin sein. Der Weg ist relativ kurz, dafür urig. In Schierke geht es immer die Brockenstraße bis zum Ortsausgang entlang. Parken ist im neuen (und teuren) Parkhaus am Winterbergtor erwünscht. Ab hier ist der Eckerlochstieg ausgeschildert. Ab Ortsausgang folgt man noch ein paar Meter der Straße. Doch schon bald zweigt rechts der Stieg zum Eckerloch ab. Und zwar hinter dem Wasserwerk. Kurz darauf wird erneut die Brockenstraße gequert. Danach verläuft der Stieg wieder durch den Wald bergan. Irgendwann tauchen die Gleise der Brockenbahn. Nur ein paar Meter danach folgt das Eckerloch. Die Stempelstelle 11 ist in der Schutzhütte installiert.

Hier lohnt eine Rast. Denn ab hier wird der Eckerlochstieg deutlich steiler. Außerdem steiniger. Doch schon nach gut einem Kilometer mündet der Stieg in der Brockenstraße. Auf dieser gilt es nun, die letzten Meter zurück zu legen. Allzu viele sind es jedoch nicht mehr. Denn schon werden erneut die Gleise der HSB gequert. Danach sind es nur noch 1.000 Meter bis hinauf zum Blocksberg. Bei einem durchaus moderaten Anstieg.

Koordinaten Eckerloch
Harzer Wandernadel 11
WGS84: 51° 47′ 5.96″ N, 10° 37′ 4.51″ E
51.78499°, 10.61792°
UTM: 32U 611599 5738363

Die Harzer Wandernadel 11 ist übrigens auch leichter zu erreichen. Nämlich über den weniger steinigen Bahnparallelweg. Wer diesen gehen will, startet am besten direkt am Bahnhof Schierke. Der Weg ist leicht zu finden, folgt dieser doch immer den Gleisen.

Wandern zur HWN Stempelstelle 11

Der typische Start zur Harzer Wandernadel 11 ist Schierke. Doch bieten sich durchaus auch noch andere Orte an.

  • Drei Annen (10,4 km)
  • Drei Annen Hohne (9,5 km)
  • Elend (7,5 km)
  • Torfhaus (8,3 km)
  • Winterbergtor Schierke (4,0 km)
  • Bhf. HSB Schierke Bahnparallelweg (5,1 km)

Nahe Stempel ab der Harzer Wandernadel 11

Wer den kompletten Eckerlochstieg bis zum Brocken wandert, kann gleich noch den Stempel 9 sammeln. Als Rückweg bieten sich für weitere Stempel alternative Routen an. Zum Beispiel die Brockenstraße bis zum Gelben Brink (HWN 22). Ab diesen über den Glashüttenweg zum Ahrentsklint (HWN 13) und schließlich bei der „Spinne“ nach Schierke abbiegen. Es lohnt zudem noch ein Abstecher zum Trudenstein (HWN 17).

Eine weitere Alternative für den Rückweg wäre der Goetheweg. Dieser zweigt direkt bei den Bahngleisen von der Brockenstraße rechts ab. An den Gleisen entlang geht es rund um den Königsberg. Und schließlich auf dem alten Kolonnenweg bergab. Hier lohnt wieder ein kurzer Abstecher zum Eckersprung (HWN 136). Für den Stempel einfach rechts weiter dem Goetheweg folgen. Die Stempelstelle ist in fünf Minuten erreicht. Danach zurück zum Kolonnenweg und dem alten Grenzweg bis zur Stempelstelle Dreieckiger Pfahl (HWN 168) folgen. Danach über die Sandbrinkklippe zurück nach Schierke. Oder aber über den Wurmberg. Die Wege sind jeweils gut ausgeschildert.

  • #009 Brockenhaus (2,5 km)
  • #010 Große Zeterklippe (5,4 km)
  • #013 Ahrentsklint (4,7 km)
  • #014 Schnarcherklippen (5,5 km)
  • #015 Leistenklippe (7,6 km)
  • #017 Trudenstein (7,1 km)
  • #018 Grenzweg am Kaffeehorst (6,0 km)
  • #020 Barenberg (6,5 km)
  • #021 Helenenruh (6,4 km)
  • #022 Gelber Brink (3,6 km)
  • #023 Molkenhausstern (6,7 km)
  • #136 Eckersprung (3,9 km)
  • #156 Wurmberg-Baude (6,3 km)
  • #168 Dreieckiger Pfahl (4,7 km)

Weitere Ziele ab der Stempelstelle 11

  • Brockenkinder (3,9 km)
  • Hohnekamm & Hohneklippen (7,8 km)
  • Kleiner Brocken (3,9 km)
  • Urwaldstieg am Brocken (3,9 km)
  • Wurmberg (6,4 km)
  • Untere Zeterklippe (6,0 km)

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