Brockenhaus – Harzer Wandernadel 9

Das Brockenhaus steht natürlich für den Brocken und als Harzer Wandernadel 9 quasi für den Blocksberg. Doch selbst ohne Wandernadel lockt der höchste Berg im Harz und dem gesamten deutschen Norden Jahr für Jahr über eine Million Touristen. Beeindrucken lässt sich der Brocken davon weniger. Denn in punkto Klima ist der Brocken sehr eigenwillig. Das wiederum beeindruckt die Touristen nicht. Trotz des oftmals schlechten Wetters pilgern diese den Berg in Scharen hinauf. Oder nutzen sogar hinterhältig die Brockenbahn ab Drei Annen Hohne über Schierke.

Brockenhaus Stempelstelle Harzer Wandernadel 9

Das war nicht immer so. Zu DDR-Zeiten unterhielt die Stasi (Geheimdienst der DDR) im Brockenhaus eine Abhörstation und belauschte von hier den Klassenfeind im Westen. Die Abhörtechnik – mitunter aus westlicher (!) Produktion – war unter dem kuppelförmigen Dach verborgen. Daher trägt das Brockenhaus auch den Spitznamen „Stasi-Moschee“. Damals kam jedenfalls niemand den Berg hinauf. Zwischen 1961 und 1989 war der Brocken Sperrzone. Zumal der Brocken nahe der deutsch-deutschen Grenze lag. Heute übrigens die Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Aus der Stasi-Moschee lauschte der MfS in den Westen

Statt Lauschstation beherbergt das Brockenhaus nun jedoch das Brockenmuseum. Gezeigt wird die Geschichte und Natur des Berges. Ebenso wie die alte Abhörtechnik. Außerdem befindet sich im Brockenhaus eine Information des Nationalpark Harz. Und eine Erste-Hilfe-Station der Harzer Bergwacht (Wochenende und Feiertage).

Gut zu wissen: Der Brocken liegt zwar „nur“ 1.141 Meter über dem Meeresspiegel. Das Brockenwetter entspricht allerdings einem subalpinen Klima. Vergleichbar ist das Wetteer daher mit den Alpen in 2.000+ Meter Höhe. Oder aber den Bergen Islands. Das heißt: Raue Winde bis hin zu Sturm sowie klirrend kalte Winter weit unter null Grad. Außerdem meterhohe Schneeberge und viel Nebel. Wanderer sollten daher entsprechend ausgerüstet sein.

Brockenhaus: Die Gebäude des Brocken

Das Brockenhaus ist übrigens nicht das einzige Gebäude auf dem Brocken. Schon von weitem leuchtet dem Besucher der weiß-rote Sendeturm entgegen. Dieser dient mit 115 Metern Höhe TV, Radio und Mobilfunk als Sendemast. Eine solche gibt es bereits seit 1936. Der heutige Stahlrohrturm wurde 1973 gebaut und 2007 um acht Meter gekürzt. Eigentümer ist die DFMG (Deutsche Funkturm), eine Tochter der Deutschen Telekom. Begehbar ist der Sendeturm nicht.

Brockenhotel ex Fernsehturm Brocken Blocksberg

Im früheren Fernsehturm ist seit 1999 das Brockenhotel untergebracht. Dieses bietet auf 53 Metern Höhe ein Restaurant und 14 Zimmer. Als besonderes Highlight zudem eine Aussichtsplattform (Eintritt: 2,50 Euro). In der Kuppel (Radom) betreibt schließlich die Deutsche Flugsicherung eine Radaranlage. Früher trug das Brockenhotel ebenfalls einen Sendemast, der das Gebäude 95 Meter aufragen ließ. Das erste Gasthaus samt Übernachtung gab es auf dem Brocken schon um 1825.

Brockenhaus alias Harzer Wandernadel 9 & Brockenhotel

Die Wetterstation entstand 1839. Damals galt sie gar als höchste meteorologische Station in ganz Deutschland. Erste Wetterbeobachtungen wurden zuvor (seit 1836) durch den Brockenwirt durchgeführt. Eine eigene Wetterwarte erhielt der Brocken trotzdem erst 1895. Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Brocken bombardiert. Darauf stellte die Wetterstation ihren Dienst ein und nahm diesen erst 1947 wieder auf. 2010 wurde die Wetterwarte Brocken vom Deutschen Wetterdienst zur Klimareferenzstation erhoben. Seither ist eine ständige Beobachtung des Klimas garantiert.

Brockenbahn am Goetheweg zum Brocken

Hotel und Wetterstation stehen unter Denkmalschutz. Ebenso wie Wolkenhäuschen – gebaut 1736 und somit das älteste Gebäude auf dem Brocken – und Brockengarten. Letztgenannter ist ein botanischer Garten, der gut 1.500 (!) Hochgebirgspflanzen aus allen Teilen der Welt beherbergt. Darunter teilweise sehr seltene oder vom Aussterben bedrohte Pflanzen. Ein weiteres Highlight stellt der Brockenbahnhof auf 1.125 m ü. NN. Seit Mitte 1992 halten hier wieder die Dampfloks der Brockenbahn. Diese brauchen mit ihren rund 700 PS ab Drei Annen Hohne gut 50 Minuten.

Brockenrundweg & Wandern zum Blocksberg

Um den Brocken herum führt ein 1,6 km langer Rundwanderweg. Zu DDR Zeiten stand auf jenem Weg die 3,6 Meter hohe Brockenmauer. Die einst 2,8 km lange Brockenmauer wurde 1985 gebaut – und 1992 wieder abgerissen. Heute begeistert der Brockenrundweg mit Teufelskanzel und Hexenaltar. Diese zwei Granitklippen inspirierten einen gewissen Goethe zu seinem Faust. Zu Recht natürlich. Schließlich tanzen hier in der Walpurgisnacht die Hexen mit dem Höllenfürsten.

Nach dem Poeten (und Geologen) ist sogar einer der Brocken Wanderwege benannt. Und zwar der Goetheweg ab Torfhaus. Ein anderer Weg erinnert an Heinrich Heine. Nämlich der Heinrich-Heine-Weg ab Ilsenburg entlang der sprudelnden Ilse. Wanderer haben sogar noch weitere Alternativen, die zum Brocken und der Harzer Wandernadel 9 führen.

Brocken Wanderwege zum Brockenhaus

Eckerlochstieg ab Schierke (7 km)
Der kürzeste Weg zum Brocken mitten durch Fichtenwald und das Eckerloch ist der Eckerlochstieg. Allerdings über Stock und Stein und rund 500 Höhenmeter hinauf. Trittsicherheit und gute Wanderschuhe sind daher ein Muss. Stempelstellen Eckerlochstieg: #011, #009.

Goetheweg ab Torfhaus (8 km)
Etwas länger, dafür deutlich bequemer ist der Goetheweg mit nur 340 Höhenmetern. Auf Goethes Spuren geht es durch Torfhausmoor, am Abbegraben und über Quitschenberg und Eckersprung schließlich an den Gleisen der HSB entlang. Tolle Ausblicke sind garantiert. Stempelstellen Goetheweg: #136, #009.

Goetheweg Torfhaus Brocken

Teufelsstieg ab Bad Harzburg/Elend (26 km)
Der längste Weg zur Harzer Wandernadel 9 ist der Teufelsstieg. 26 Kilometer ab Bad Harzburg über den Brocken bis nach Elend. Über 900 Höhenmeter rauf und wieder runter. Stempelstellen Teufelsstieg: #169, #001, #002, #009, #011, #014.

Heinrich-Heine-Weg ab Ilsenburg (12 km)
Der steilste Weg geht ab Ilsenburg über den Heinrich-Heine-Weg zum Brocken und teilt sich sein letztes (härtestes) Stück mit dem Teufelsstieg. Auf dem Hirtenstieg (Kolonnenweg) geht es auf nur drei Kilometer 400 (!) Höhenmeter hinauf. Stempelstellen Heinrich-Heine-Weg: #006, #008, #009.

Harzer Wandernadel 9: Viele Brocken Wanderwege

Glashüttenweg ab Drei Annen Hohne (11 km)
Der gemütlichste Aufstieg zum Brockenhaus ist der Glashüttenweg ab Drei Annen Hohne. Auf rund 11 Kilometer verteilen sich „nur“ 600 Höhenmeter. Der Glashüttenweg ist außerdem ein Teilabschnitt der Harzer Hexenstieg. Stempelstellen Glashüttenweg: #017, #013, #022, #009.

Steinerne Renne & Höllenstieg ab Wernigerode (15 km)
Der wohl urigste Weg führt ab Wernigerode Hasserode (Bahnhof Steinerne Renne) durch die Steinerne Renne und über den Höllenstieg. Vorbei an den Brockenkindern geht es schließlich hinauf zur Harzer Wandernadel 9. Doch Obacht: 15 Kilometer und 850 Höhenmeter machen die Tour zu einer Herausforderung. Stempelstellen Steinerne Renne & Höllenstieg: #028, #022, #009.

Auf dem Rückweg sind mitunter weitere Stempel zu ergattern. Die Umwege halten sich zumeist in Grenzen. Aufgezählt wurden hier aber nur die Stempel der HWN, welche direkt an den Brocken Wanderwegen liegen.

Koordinaten Brockenhaus
Stempelstelle Harzer Wandernadel 009
WGS84: 51° 48′ 1.94″ N, 10° 36′ 56.81″ E
51.80054°, 10.61578°
UTM: 32U 611413 5740089

Zumal es noch weitere Wege zum Brocken gibt. Die neben der Harzer Wandernadel 9 (Brockenhaus) ebenfalls wieder weitere Stempelstellen beinhalten. Alternative Routen finden sich beispielsweise ab Braunlage und Wurmberg oder Oderbrück nahe Torfhaus. Die genannten Wanderwege zum Brocken sind jedoch die sechs Hauptrouten. Der Stempelkasten der Harzer Wandernadel 9 ist übrigens am Eingang des Brockenhaus angebracht. Typische Startpunkte für eine Wanderung zum Brocken und der Stempelstelle 9 hinauf sind jedenfalls:

  • Bad Harzburg (13,6 km)
  • Braunlage (12,1 km)
  • Drei Annen Hohne (11,1 km)
  • Elend (9,9 km)
  • Ilsenburg (12,0 km)
  • Oderbrück (7,5 km)
  • Schierke (6,9 km)
  • Torfhaus (8,5 km)
  • Wernigerode Hasserode Bhf. Steinerne Renne (12,0 km)

Wichtig für Stempeljäger: Der Stempel Brockenhaus Harzer Wandernadel 9 zählt ebenfalls für die Sonderabzeichen Harzer Grenzweg, Harzer Hexenstieg und Goethe im Harz.

Nahe Stempel ab Harzer Wandernadel 9

  • #001 Eckertalsperre/Staumauer (6,9 km)
  • #002 Rangerstation Scharfenstein (4,2 km)
  • #006 Obere Ilsefälle/Bremer Hütte (5,9 km)
  • #008 Stempelsbuche (4,6 km)
  • #010 Große Zeterklippe (5,8 km)
  • #011 Eckerloch (2,5 km)
  • #013 Ahrentsklint (6,5 km)
  • #014 Schnarcher Klippe (8,3 km)
  • #015 Leistenklippe (8,8 km)
  • #016 Ferdinandsstein (7,1 km)
  • #017 Trudenstein (8,7 km)
  • #019 Skidenkmal nahe Eckerstausee (8,2 km)
  • #022 Gelber Brink (3,9 km)
  • #023 Molkenhausstern (7,0 km)
  • #024 Wolfsklippe (8,8 km)
  • #136 Eckersprung (4,1 km)
  • #168 Dreieckiger Pfahl (4,9 km)

Weitere Ziele ab der Stempelstelle 9

  • Brockenkinder (4,3 km)
  • Hohnekamm/Hohneklippen (7,6 km)
  • Kleiner Brocken (1,3 km)
  • Wurmberg (9,4 km)
  • Zeterklippen (6,4 km)

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