Wilhelmsblick (HWN #66): Die Mauer soll wieder weg
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Die Mauer am Wilhelmsblick soll wieder weg

Stempeljäger stehen beim Wilhelmsblick nahe Treseburg vor einer Bretterwand. Der Zugang zur Stempelstelle 66 ist gesperrt, zumindest vom Tunnel an der L93 aus. Doch die Mauer am Wilhelmsblick soll wieder weg!

Seit ein paar Monaten ist der Aufstieg zum Wilhelmsblick (Stempelstelle 66) vom Tunnel aus dicht. Die Kraxelei – immerhin 50 Meter hinauf – ist mittlerweile zu gefährlich. Daher wurde der Zugang erst mit einem dieser rot-weißen Flatterbänder gesperrt, später sogar mit einer Bretterwand komplett unzugänglich gemacht. Zu erreichen ist der Ausblick aktuell nur von Treseburg. Wobei: Dieser Weg ist durchaus urig und herrlich einsam.

Immerhin: Die 2019 vom Landesforstbetrieb gebaute „Mauer am Wilhelmsblick“ soll wieder weg. Schon Anfang März stand es groß in der Volksstimme, dass die Hintermänner eine neue Treppe errichten wollen. Wegen dem Ausbruch des Coronavirus ist bis dato Ende April aber leider noch nichts passiert. Zumal auch scheinbar wieder das Thema Bürokratie für Verlangsamung sorgt. Egon Lüdtke vom Fremdenverkehrsverein Bodetal erklärte zum Beispiel, dass Angebote für eine Stahltreppe – wie die vom Roßtrappenweg zur L93 – seit Oktober vorliegen. Nachsatz

„aber grundsätzlich tut sich nichts.“

Typisch Deutschland eben. Lüdtke weiter:

„Thale hat wenig Geld, aber wir fühlen uns in den Ortsteilen dennoch ein wenig hinten angestellt.“

Verständlich. Zumal Thale erst vor wenigen Wochen schlappe 13 Millionen Euro (!) für den Ausbau des Hexentanzplatzes sowie des Bergtheaters bewilligte. Die lumpigen 50.000 Euro für eine Treppe sollten da eigentlich kein Problem sein.

Mauer am Wilhelmsblick: Wann kommt die neue Treppe?

Thales Bürgermeister Thomas Balcerowski (CDU) entschuldigt aber prompt: 90 Prozent der 13 Millionen sind mit Fördermitteln gedeckt. Zehn Prozent Eigenbeteiligung sind aber immer noch 1,3 Millionen Euro. Immerhin: Thale sieht sich durchaus in der Pflicht. Selbst wenn das Projekt auf fremden Grund entstehe. Thale jedenfalls sei im Gespräch mit dem Landesforstbetrieb Ostharz „über eine Kostenbeteiligung“, wie Balcerowski erklärte. Der Harzklub will ebenfalls finanziell helfen. Der Verwaltungschef versprach daher in der Volksstimme:

„Wenn die Finanzierung geklärt ist und das Wetter mitspielt, geht es los.“

Aber:

„Die Wandersaison beginnt (bzw. begann) Ostern, das werden wir nicht schaffen“.

Dennoch: Zum Mai sollte die neue Treppe hinauf zum Wilhelmsblick aka HWN #66 fertig sein. Ob dieser Termin immer noch gilt – Stichwort Corona – ist nicht klar. Mittlerweile ist übrigens auch die reine Stahltreppe vom Tisch. Von Betonelementen und einem Geländer aus Metall ist die Rede. Naturmaterialien wie ein Handlauf aus Robinienholz oder ein Hanfseil wären zu sehr für die Witterung anfällig. Ich verkneif’ mir einen Kommentar.

So könnt ihr die Stempelstelle #66 erreichen

Wie gesagt: Auch ohne den Aufstieg könnt ihr den Wilhelmsblick erreichen. Nur eben von Treseburg aus. Direkt ab dem Parkplatz am Kreisel (kostenpflichtig) oder von den Parkplätzen gen Altenbrak an der Bode (kostenlos für drei Stunden) führt ein Rundweg zur Stempelstelle #066. Der Weg ist ein uriger Singletrail, der wirklich lohnt. Vom Kreisel geht ihr den Pflasterweg neben dem verlassenen Hotel hinauf zum Friedhof und von da quasi immer den Pfad nach. Wegweiser führen euch.

Von den Parkplätzen am Bodeübergang an der Straße gen Altenbrak ist es etwas schwieriger. Neben der Infotafel findet ihr einen Pfad, der euch hinauf zur alten Treseburg führt. Erhalten ist von dieser leider nichts mehr. Dafür vom nahen Kriegerdenkmal zur Erinnerung an die neun Treseburger, die im Ersten Weltkrieg fielen. Um zum Wilhelmsblick zu kommen, müsst ihr allerdings zurück zur Burg. An dieser verläuft östlich und etwas versteckt der Pfad zur Stempelstelle #66 entlang. Seid ihr ortsunkundig, ist der Start am Kreisel sicher die bessere Idee.

Ansonsten ist der Singletrail gut ausgeschildert. Einplanen müsst ihr so 20 bis 30 Minuten hin und noch mal die gleiche Zeit zurück. Apropos: Geht ihr doch durch den Tunnel, findet ihr seit einiger Zeit auch direkt an der Bretterwand einen Stempelkasten. Nur zum Wilhelmsblick kommt ihr halt nicht hoch…

Quelle: volksstimme.de

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