Herbsttour Steinerne Renne und Ottofels

Etliche Tage nur Wolken und Regen. Endlich wieder gutes Wetter. Und das noch am Wochenende. Also raus. Doch wohin? Schnell war klar: Steinerne Renne und Ottofels.

Brocken vom Ottofelsen Harzer Wandernadel Stempelstelle 27

Was waren die ersten zwei Wochen im Oktober furchtbar. Also in punkto Wetter. Endlich Sonne. Bis zu 18 Grad. Geil. Eine Tour war somit ein Muss. Eigentlich wollte ich wieder Richtung Trautenstein. Meine „Desaster Tour“ (Grüntal) von Ende September wiederholen. Gewisse Umstände ließen jedoch nur eine kleine Tour zu. Mal wieder in die Steinerne Renne? Bingo. Prompt stand die Tour auch schon fest:

  • Start im Thumkuhlental (HWN 85)
  • Bahnparallelweg HSB Bahnhof Steinerne Renne
  • Gasthaus Steinerne Renne (HWN 28)
  • Ottofelsen (HWN 27)
  • Drei Annen
  • Bahnparallelweg Thumkuhlental

Ab ins Auto und schon war ich in Wernigerode. Nur der (kleine) Parkplatz im Thumkuhlental war schon proppe voll. Also rüber zum Bahnhof Steinerne Renne. Top. Alles frei. Die „neue“ Tour sah dann so aus:

  • HSB Bahnhof Steinerne Renne
  • Gasthaus Steinerne Renne (HWN 28)
  • Ottofelsen (HWN 27)
  • Drei Annen
  • Bahnparallelweg > Thumkuhlental (HWN 85)
  • HSB Bahnhof Steinerne Renne

Herbsttour Steinerne Renne & Holtemme

Trotz Sonne war es in der Steinernen Renne dann doch ganz schön frisch. Keine neun Grad. Also dicke Jacke. Daheim hatte ich mir noch fix die dünne raus geholt. Vor der Haustür war’s richtig warm. Am Parkplatz geht es jedenfalls gleich über die Gleise der HSB. Zur Batteriefabrik Werbat. An der vorbei taucht prompt das Wasserkraftwerk Steinerne Renne auf. Dahinter versteckt sich der HSB Bahnhof Steinerne Renne. Von einer Lok war allerdings nix zu sehen. Egal, das letzte Stück wollte ich eh am Bahnparallelweg entlang. Gute sechs sieben Kilometer. Da dürfte das eine oder andere Dampfross wohl auftauchen. Am Kraftwerk vorbei geht es erneut über die Gleise. Dann geradewegs in den Wald hinein. Schilder stehen hier an jeder Kreuzung. Vorbildlich.

Nebenan sprudelt bereits die Holtemme. Irgendwann eine Weggabelung. Weiter links. Schon wird der Weg steiler. Außerdem rutschig. War wohl dem vielen Regen die letzte Zeit zu verdanken. Die Steine jedenfalls sind ganz schön schlüpfrig. Dafür entschädigten prächtige Farben. Für Mitte Oktober leuchtete noch alles herrlich grün. Außerdem brachte die tiefe Sonne einen gewissen Zauber mit. Licht funkelte in Spinnennetzen. Leider war auch viel los. Selten habe ich die Renne so „voll“ gesehen. Scheinbar nutzte jeder Wanderer noch mal einen der vielleicht letzten schönen Tage des Jahres.

Gasthaus Steinerne Renne Harzer Wandernadel Stempelstelle 28

Der Weg wird steiniger. Und steiler. Das Herz pumpte. Die dicke Jacke förderte das Schwitzen. Doch die Sonne kam nicht mehr über die Berge. Der Weg lag tief im Schatten. Wieder wird es steiniger. Doch plötzlich schimmert es rot durch die Bäume. Die Renne ist geschafft. Das Rote ist nämlich das Gasthaus Steinerne Renne. Nebenbei übrigens die Stempelstelle 28. Eine Brücke bringt den Wanderer direkt über dem Wasserfall hinweg ans andere Ufer. Der Stempelkasten ist gleich neben dem Eingang zum Gasthaus zu finden.

Voll war’s oben auf dem Ottofelsen

Von dem urigen Gasthof ging es weiter zum Ottofels. Stempeljägern wohl als HWN Nummer 27 bekannt. Puh, war das voll da oben. Aber richtig böse. Kaum das man sich drehen kann. Ein zwei Bilder (siehe oben) brachte ich trotzdem vom Brocken zustande. Danach habe ich aber zugesehen, wieder runter zu kommen. Weiter Richtung Drei Annen. Vorn an der Kreuzung bei der Bergwacht legte ich aber erst mal eine Rast ein. Hier an der Bergwacht steht übrigens die sicherste Wetterstation im ganzen Harz. Ich würde sogar meinen, in ganz Deutschland. Ach was, in der ganzen Welt. Und sogar unsere Harzer Quellen haben ihr eigenes kleines Häuschen.

Harzer Wetterstation

Nach einem Schluck Tee und einem Müsliriegel brach ich gen Drei Annen auf. Nicht zu verwechseln mit Drei Annen Hohne. Drei Annen ist eine kleiner „Ort“ vor Drei Annen Hohne. Eigentlich nur ein Hotel und ein zwei Häuser. Der Weg – markiert mit einem grünen Kreis – dorthin führt durch dichten Wald. Bei weitem nicht so urig wie die Renne. Dafür ruhiger. Nach einer Kreuzung (links) geht es deutlich bergab. Schöne Aussicht. Nur die Lok war wieder schneller als ich. Zu sehen bekam ich nur noch dicke Rauchschwaden. Kurz darauf stand ich schon auf einer weiteren „Kreuzung“. Die Gleise direkt vor mir. Drei Annen nur noch ein paar Meter entfernt. Aber kaum zu sehen. Denn an der Kreuzung biegt der Bahnparallelweg zum Bahnhof Steinerne Renne ab.

Mmh, irgendwie standen hier mal deutlich mehr Bäume. Alles weg. Die Landschaft schaut kahl aus. Sturm? Borkenkäfer? Irgendwas muss hier passiert sein. Jedenfalls geht es nun direkt an den Gleisen der HSB entlang. Die aber ließ sich nicht blicken. Dafür gibt es stellenweise eine schöne Sicht auf die Harzer Berge und das Drängetal. Minuten später wird der Weg doch wieder von Bäumen gesäumt. Noch etwas später eine Bank. Rasten? Gute Idee.

Bahnparallelweg: Wenn der Zug nicht dampfen will

Anschließend wird der Weg uriger. Schmaler. Wilder. Na ja, etwas. Es geht bergab, Wasser rauscht. Eine Brücke aus Holz. Und die war dank dem Regen der letzten Tage wieder verdammt schlüpfrig. Zuvor überholte mich noch ein Biker. Der hatte auf der Brücke noch mehr Probleme als ich. Tippel tappel war ich drüber. Ein paar Meter geht es nach dieser gescheit bergan. Doch schon wird der Weg wieder breiter. Kurz darauf macht der Weg einen weiten Bogen und entfernt sich von den Gleisen. Logisch, das gerade jetzt eine Lok der HSB nahte. War aber nur ein Güterzug.

Bahnparalelweg Bank

Schneller als gedacht ist die Etappe zu Ende. Ginster zäumt den Weg ein. Ein Aussichtspunkt samt Rastplatz nahte. Schöne Sicht. Wenn die Bäume im Herbst und Winter entlaubt sind. So war nur (sehr) nahes Grün zu sehen. Die Bahn dampft hier übrigens durch einen Tunnel. Doch der Ginster stand so hoch, dass auch der nicht zu sehen war. Im Herbst bzw. Winter dürften hier aber gute Fotos und Videos möglich sein. Anschließend führt der Weg hinab. Nebenan verlaufen wieder die Gleise. Kurz darauf trennen sich Weg und Gleis. Eine Brücke taucht auf. Dahinter eine Kreuzung. Ein Schwenk nach rechts. Ein paar Schritte später die nächste Kreuzung. Die Gleise sind wieder da. Unter den Gleisen hindurch geht es ins Thumkuhlental. Wer den Stempel 85 will, braucht nur gut zehn Minuten den Weg bergab schlendern.

Ich dagegen bog links ab und folgte dem Bahnparallelweg. Gleich nach der Kreuzung eine Ruine. Die alte Verladestelle Thumkuhlental. Hier wurde einst das geschürfte Gestein verladen. Doch 1921 wurde der Steinbruch dicht gemacht. Damit auch die Verladestelle. Der Zug hält hier also längst nicht mehr. Dafür locken Tisch und Bank. Beides obendrein überdacht und somit auch bei Regen trocken.

Letzte Etappe: Thumkuhlental & Steinerne Renne

Eine Rast vor dem letzten Abschnitt bot sich jedenfalls an. Zumal hier endlich mal halbwegs Stille war. Jeder Wanderer war scheinbar auf Achse. Kein Wunder. Wer weiß schon, wann es mal wieder so gutes Wetter wie heute gibt. Von einem goldenen Oktober ist 2016 jedenfalls nichts zu spüren. Tatsächlich sollte dieser ganz ausbleiben.

Ein Schluck warmer Tee hilft aber immer. Kaum gluckerte der meine Kehle hinab, hörte ich das typische Schnaufen der HSB. Für die hatte ich sogar extra ein Stativ im Rucksack dabei. Wenn auch nur ein kleines. Also keine Wackelaufnahmen wie zuletzt an Goetheweg und Königsberg. Aber das Stativ brauchte ich gar nicht. Eine alte Schiene ist als Geländer montiert. Perfekt zur Ablage der Kamera. Die 99 7232-4 kam also direkt auf mich zu. Und schon war ein neues Video der Harzer Schmalspurbahn im Kasten. Zu finden natürlich auf dem HWG YouTube Channel. Follower sind dort übrigens willkommen. So als dezenter Hinweis…

Nach meiner Rast nahm ich die letzten drei vier Kilometer in Angriff. Der Weg verläuft eher fade durch den Wald. Kurz vor dem Bahnhof Steinerne Renne gibt es links noch mal einen alten Stollen. Da ich den kenne – wie die gesamte Tour – ließ ich diesen aber liegen. Zwischendurch kam mir eine Gruppe junger Leute entgegen. Deren Unterhaltung verlief durchweg auf Englisch. Unser Harz ist beliebt. Schön.

Irgendwann tauchen Gebäude auf. Der Bahnhof Steinerne Renne. In einem weiten Bogen nach rechts führt der Weg um diesen herum. Eine Infotafel zum alten Granitwerk zeigt, wie es hier um 1910 aussah. Dann geht es auch schon über die Gleise. Rechts erscheint das Wasserkraftwerk. Kurz darauf links Werbat. Dann der Parkplatz. Ziel erreicht.

Fazit zur Herbsttour Steinerne Renne

Das Fazit meiner Tour? Top. Die Steinerne Renne gehört zu meinen liebsten Routen. Auch den Ottofelsen (Bild unten) besuche ich quasi regelmäßig. Wer es auf dem Otto ruhig haben will, sollte abends (oder morgens) vorbei kommen. Wenn die Sonne dann noch richtig steht und klare Sicht herrscht, sind tolle Fotos vom Brocken drin. Vom Parkplatz im Thumkuhlental (Einfahrt L100 beim Lossen-Denkmal) ist der Ottofels in einer Stunde erreicht. Allerdings geht es gescheit bergauf. Lokfans kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten. Zu den Gleisen der HSB ist in nur zehn oder 15 Minuten geschafft.

Ottofelsen Harzer Wandernadel Stempelstelle 27

Einziges Manko der Tour: In der Renne war es den Tag ganz schön glatt. Aber das ist halt so, wenn viel Regen fällt und die Sonne nicht mehr über den Berg kommt. Voll war es trotzdem. Die Schlucht ist aber auch einfach Hammer. Solche Orte sind selbst im Harz nicht allzu oft zu finden. Insgesamt kommt die Rundtour übrigens auf rund 14,5 km. Bei einem Höhenprofil von 320 bis 610 Meter. Macht also 290 Meter rauf und wieder runter. Einschätzen würde ich die Tour als mittelschwer. Wobei eigentlich nur die Renne gescheit bergan geht. Da kommt man schon ins Schnaufen. Eine Gruppe Damen „beschwerte“ sich dann auch leise, als ich (scheinbar) mühelos vorbeizog. Die Ladies machten aber schnell meinen (vermeintlich) leichten Rucksack für mein Tempo aus 🙂

Gebraucht habe ich für die Tour knapp sechs Stunden. Inklusive Pausen versteht sich. Highlights? Gab es einige. Die Renne. Der Ottofelsen. Bahnparallelweg. Und vor allem die HSB selbst. Ich bin zugegeben gar nicht mal der große Lokfan. Aber wenn die HSB an mir vorbei dampft, ist das irgendwie Heimat. Zum Ostharz gehört die HSB einfach dazu. Zumal der Anblick immer imposant ist. Wenn die Loks bergauf fahren. Runter ist eher langweilig. Das ist mehr ein rollen. Und das auch noch rückwärts.

Daten Rundtour Renne, Ottofels, Drei Annen

Ein Manko gab es aber doch. Für meinen Geschmack war halt etwas viel los. Auf dem Bahnparallelweg wurde es dann aber ruhiger. Trotzdem: Die Tour hat richtig Spaß gemacht und ist ein echter Tipp. Stempeljäger der Harzer Wandernadel werden zudem mit drei Stempelstellen beglückt. Was will man mehr?

Übrigens lohnt ein Abstecher ins Thumkuhlental auch für alle, die nicht stempeln. Denn die Wasserkunst ist schon imposant. Wie die Menschen sich im angeblich so finsteren Mittelalter schon die Wasserkraft zunutze machten, ist schon Wahnsinn. Schaut einfach mal vorbei. Das bereut ihr sicher nicht. Zumal der Umweg nur Minuten beträgt. Oder ihr parkt gleich im Thumkuhlental. Dann müsst ihr aber früh genug da sein. Der Parkplatz ist nicht allzu groß, aber sehr beliebt.

Also, viel Spaß beim wandern. Euer HarzerWanderGui.DE!

Eckdaten Tour:

  • Länge: ca. 14,5 km
  • Höhenprofil: 320 bis 610 m (+290/-290 m)
  • Dauer: 6 h (Start 10:35 Uhr – Ziel 16:23 Uhr)
  • Schwierigkeit: mittel

Stempel Harzer Wandernadel:

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2 Antworten auf Herbsttour Steinerne Renne und Ottofels

  • Hallo Dennis,
    eine wirklich schöne Tour!! An der steinernen Renne war ich vor Jahren mal (Schande über mein Haupt) und hab das auch ganz toll in Erinnerung. Hach, Quellenhäuschen, aus denen es sprudelt, so herrlich – wer da nicht direkt loswandern möchte. Derzeit sind ja optimale Bedigungen fürs Wandern, keine Glätte und Sonne für Fotos & Videos!
    Viele Grüße!
    Lisa

    • Hallo Lisa,
      dann wird’s Zeit, DASS du mal wieder hinkommst 🙂 Wobei ich mich jetzt nicht auf das „gute“ Wetter verlassen würde. In der Renne ist um die Jahreszeit böse schattig. Da ist ruckzuck Eis. Und der ganze Weg wird in der warmen Jahreszeit von kleinen Wässerchen durchzogen. Eis entsteht da quasi über Nacht. Warte also lieber bis zum Frühling. Zumal derzeit ja eh die Weihnachtsmärkte locken.
      Grüße nach Goslar.

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